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Walter Sittlers perfektes Spiel auf der Klaviatur der Gefühle

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Ein großer Charakter der deutschen Schauspielszene gab im Haus der Stadt ein großes Solo: Walter Sittler. Foto: Andreas Bongartz

Düren. Am Donnerstag noch im ZDF bei Markus Lanz zu sehen, am Freitag schon im Haus der Stadt in Düren: Mit Walter Sittler gastierte ein Grimme-Preisträger und großer Charakter der deutschen Schauspielszene an der Rur und das wollten sich viele nicht entgehen lassen: Mit mehr als 500 Besuchern war der große Saal im Haus der Stadt nahezu ausverkauft, kein Wunder, gab es doch eine der erfolgreichsten deutschen Theaterproduktionen der vergangenen Jahre zu sehen.

Walter Sittler spielte Erich Kästner in dessen autobiographischer Erzählung „Als ich ein kleiner Junge war“. Für das Stück, das ein inszenierter Monolog mit musikalischer Begleitung ist, erhielt Sittler zusammen mit Regisseur Martin Mühleis und Komponist Libor Sima den renommierten Erich-Kästner-Literatur-Preis.

Die Besucher konnten nun mit dem Solo-Programm Sittlers, mit dem er schon 2006/2007 auf Tournee war, Kästners Text - einen der spannendsten zum Thema „Kindsein“ – neu entdecken. Denn die Inszenierung von Martin Mühleis ist so simpel wie faszinierend: Durch eine kunstvolle Architektur aus Sprache, Musik und Schauspiel weiß die Erzählung zu fesseln.

Natürlich ist da an erster Stelle Sittlers darstellerische Leistung zu nennen. Nicht theaterhaft dramatisiert, vielmehr reduziert im Spiel wirkt der Solist dennoch nicht verloren auf der großen Bühne. Selbst wenn sich der Schauspieler einfach nur auf einem Stuhl niederlässt, um kleine Szenen aus Kästners Kindheit lebendig werden zu lassen, zieht er mit starker Ausstrahlung die Blicke der Zuschauer magisch auf sich.

Es sind die leisen Töne, die Sittler mit Bravour beherrscht und doch spielt er auf der großen Klaviatur der Gefühle, mal humorvoll, mal nachdenklich, etwa wenn sich Sittler alias Kästner an seine zerstörte Heimatstadt Dresden erinnert.

Nicht zuletzt ein Verdienst der sechs Musiker, die Walter Sittlers unaufgeregtes Spiel begleiten. Sie wissen, wann ihre Instrumente schweigen und wann sie den Worten des Grimme-Preisträgers Nachdruck verleihen müssen. So sorgen sie zusätzlich für Stimmung und verleihen dem Stück Dynamik, indem sie etwa die Handlung vorantreiben.

Durch die Zuschauerreihen ging jedenfalls ein ums andere Mal ein amüsiertes Kichern. Man wurde bestens unterhalten, in Hirn und im Herzen.

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