Walter Sittler: Verbeugung vor Kästner

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Düren. Im Haus der Stadt Düren spielt der renommierte Schauspiler Walter Sittler am Samstag, 4. Januar, um 20 Uhr „Prost, Onkel Erich! Oder: Vom Kleinmaleins des Seins“. Es handelt sich um die Fortsetzung der Lebensgeschichte Erich Kästners, mit der Sittler im vergangenen Jahr aufgetreten ist.

„Nur wer erwachsen wird, und ein Kind bleibt, ist ein Mensch“, sagte einst Erich Kästner. Aus dem kleinen Jungen ist ein junger Mann geworden. Man schreibt das Jahr 1919.

Nahtloser Anschluss

Der Erste Weltkrieg ist verloren – und schon hat die Politik die Menschen wieder an der Gurgel. Nahrungsmittel werden knapp, Kohlen fehlen, die Deutschen hungern und frieren. Erich Kästner ist von Dresden nach Leipzig gezogen und hat begonnen zu studieren.

Dort, wo die erfolgreiche Produktion „Als ich ein kleiner Junge war“ endet, beginnt der zweite Teil der Geschichte: Walter Sittler erzählt, im Ensemble mit den sechs Musikern unter der Leitung Libor Simas, die Lebensgeschichte Erich Kästners weiter. Gemeinsam begeben sich die sieben Protagonisten auf einen Streifzug durch das Leben eines Moralisten, porträtierten einen „konsequenten deutschen Poeten“ (Hermann Kesten) – in Gedichten, Briefen und Kurzgeschichten.

Sie erzählen vom Rausch Berlins in den Zwanziger Jahren – und vom Kater, der darauf folgte. Und sie beschreiben die Liebe, die Kästner zeitlebens zu seiner Mutter verband. Die Erinnerungen Erich Kästners an gemeinsam mit seinen Eltern verbrachte Weihnachtsabende zählen zu den Höhepunkten dieses bewegenden Stücks – mal melancholisch, manchmal ernst, immer aber mit viel Herz und Humor.

Humorvoller Beobachter

Erich Kästner ist einer der wichtigsten Chronisten des vergangenen Jahrhunderts, ein humorvoller Beobachter und scharfzüngiger Mahner von nicht bremsbarer Aktualität. Er glaubte, wie die Psychoanalytiker, man müsse zur Kindheit zurückgehen, um die Neurosen der Menschheit zu heilen. Er glaubte an Erziehung und Bildung, an den Frieden und die Humanität, und predigte sie den Kindern wie den Erwachsenen. Mit über 200 Vorstellungen und mehr als 80 000 Besuchern zählt der erste Teil „Als ich ein kleiner Junge war“ zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Theaterproduktionen der letzten drei Jahre. Der große Schauspieler Walter Sittler wieder in einer großartigen Titelrolle. Das verspricht erneut ein Theatererlebnis zu werden.

Grimme- und Fernsehpreis

Walter Sittler wurde am 5. Dezember 1952 in Chicago als jüngstes von acht Kindern eines deutschstämmigen Literaturprofessors und einer deutschen Lehrerin geboren.1959 kam die Familie nach Deutschland. Nach der Ausbildung an der Falckenberg-Schule für Schauspiel in München debütierte er 1981 am Mannheimer Nationaltheater. Von 1988 bis 1995 war er am Stuttgarter Staatstheater engagiertr. Im Fernsehen wurde er mit den Serien „Girl Friends“ und „Nikola“ bekannt. Für letztere bekam er den Grimme- und den Deutschen Fernsehpreis.

Der Eintritt kostet zwischen 16,50 und 28,30 Euro. Karten gibt es an der Theaterkasse im Haus der Stadt und an der Kulturheke im Bürgerbüro am Marktplatz.

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