Wahlhelfer: Seit fast 50 Jahren immer dabei

Von: Dietmar Engels
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Wahlhelfer aus Überzeugung: Pensionär Helmut Schink. Foto: Dietmar Engels

Düren. Ob Kommunal-, Landtags-, Bundestags- oder Europawahl: Helmut Schink ist jedes Mal aktiv dabei – als Wahlhelfer. Der 77-jährige Dürener sieht es geradezu als seine Pflicht an, in einem Stimmlokal zu sitzen, wenn die Bürger ihr demokratisches Recht wahrnehmen, die Politik durch Kreuzchen auf dem Stimmzettel mitzubestimmen.

Erstmals war der Pensionär Ende der Sechziger Jahre als Wahlhelfer tätig. „Mein damaliger Chef im Straßenverkehrsamt hat mich seinerzeit gefragt, ob ich Lust dazu hätte. Und ich habe schon aus reiner Neugier spontan ja gesagt“, erzählt der sympathische Senior. Nicht verstehen kann Schink, dass sich viele um solche Aufgaben drücken.

„Aus meiner Sicht ist es die Pflicht eines jeden Bürgers, solchen Aufgaben zu übernehmen. Wie anders sollte unsere Demokratie sonst funktionieren?“ Der erste Einsatz habe ihm viel Spaß gemacht, erzählt er. Und so habe er sich beim nächsten Mal und bei allen weiteren Wahlen seitdem freiwillig gemeldet. Schink: „Profilieren will ich mich damit überhaupt nicht und ich erwarte auch keinen Dank. Diese Aufgabe muss eben erledigt werden.“

Dieses Mal sitzt Helmuth Schink am Wahltag in der Volkshochschule. Lange Zeit war er zuvor immer in der Nordschule und später im Jugendheim St. Joachim tätig. Der Wahlvorstand in einem Stimmlokal besteht aus dem Vorsitzenden, dessen Stellvertreter und dem Schriftführer. Hinzu kommen in der Regel fünf Helfer. So ein Wahltag beginnt um 7.30 Uhr mit einer Besprechung im Wahllokal und der Vorbereitung der nötigen Utensilien.

Nicht einsehbare Wahlkabinen müssen ebenso vorhanden sein wie das Wählerverzeichnis für den jeweiligen Bezirk und natürlich die Urne. Die Wahlhelfer müssen nicht den ganzen Tag anwesend sein – das wären ja auch zehn Stunden am Stück alleine für den Wahlgang. Hinzu kommt noch die Auszählung unmittelbar nach Abgabeschluss. Die Helfer wechseln sich ab. Morgens müssen vier da sein, um 13 Uhr wechselt die „Schicht“. Zur Auszählung nach 18 Uhr müssen alle wieder da sein.

Helmuth Schink arbeitet gerne im Team – und er hilft gerne, wenn zum Beispiel „Neue“ dabei sind, die sich noch nicht so gut mit dem Ablauf und den geltenden Bestimmungen auskennen. Es ist ein recht umfangreiches Regelwerk zu beachten. Es ist einer Broschüre des Bürgerbüros zu entnehmen. Das Handbuch umfasst 75 Seiten, wobei allerdings größere Passagen entweder nur für die Wahlhelfer vor Ort oder für die Briefwahlvorstände gelten.

Helmut Schink: „Wir müssen sehr genau darauf achten, dass alles ordnungsgemäß abläuft – sowohl während der Stimmabgabe als auch nachher bei der Auszählung, bei der jeder Stimmzettel auf seine Gültigkeit hin überprüft wird. Alles in Ordnung ist, wenn auf dem Stimmzettel jeweils nur ein Kreuzchen bei der Erst- und bei der Zweitstimme gemacht ist. Helmuth Schink: „Die Absicht des Wählers muss eindeutig erkennbar sein und der Stimmzettel darf keine weiteren Angaben enthalten. Im Zweifelsfall entscheidet der Wahlvorstand per Abstimmung, ob die Voraussetzungen erfüllt sind“.

Dass in den letzten Jahren die Wahlbeteiligung immer weiter zurück gegangen ist, ärgert den Pensionäre sehr: „Ich finde das deprimierend. Die Leute schimpfen zu Hauf über die Politik – und dann gehen sie nicht zur Wahl, um ihre Meinung auszudrücken. Im Wahlrecht sollte für jeden Bürger auch eine Wahlpflicht sehen“.

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