Düren - Waffenbesitz bringt Dürener vor Gericht

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Waffenbesitz bringt Dürener vor Gericht

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:

Düren. Vor etwa drei Jahren hat ein Mann (58) in Düren eine Halle gemietet. Am 5. April diesen Jahres schauten sich Polizeibeamte diese Halle einmal genauer und von innen an. Die Polizisten hatten wohl einen Hinweis bekommen. Die Halle war voll mit Munition, und auch Waffen lagen herum. Gestern mussten sich der Mieter und sein Sohn (27) in Düren vor Gericht verantworten.

Der Fall schien zunächst dramatisch zu sein, denn unter Unmengen von Patronen wurden 16 gefunden, die angeblich nur in Waffen passen, die unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen. Vater und Sohn, so lautete sinngemäß der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, hätten die Waffen und die Munition besessen und damit in der Halle geschossen. Der Sohn sagte aus, sein Vater sei ein Waffennarr, aber ihn hätten diese Dinge nie interessiert. Er habe auch nie in der Halle geschossen, es gebe schließlich keine Einschusslöcher. Schussspuren wurden in der Tat nicht gefunden, wie Richter Dr. Stephan Ebeling wusste.

„Ich war dabei, als er mit einer Waffe auf die Schränke ballerte“, so lautete die Aussage eines Zeugen bei der Polizei, die der Richter verlas und mit der er den Sohn konfrontierte. Mit dem angeblichen Zeugen sei er einmal befreundet gewesen, man habe sich dann aber zerstritten, „und jetzt will er mir eine reinwürgen“, so lautet die Erklärung. Bei drei Hausdurchsuchungen wurde in der Tat bei dem jungen Mann nichts gefunden.

Im Folgenden berichtete der Mann von den Ambitionen seines Vaters. Der sei ein leidenschaftlicher Sportschütze und Jäger, habe in ganz Europa an Turnieren teilgenommen und Auszeichnungen erhalten. Für den 27-Jährigen stand viel auf dem Spiel, er ist vorbestraft wegen räuberischer Erpressung. Bei dieser „Blödsinnstat“, wie er sagte, benutzte er übrigens eine Spielzeugpistole. Sein Vater sagte aus, er habe schon immer Waffen gesammelt und auch welche auf einem Speicher gefunden. Einmal habe er sich von den Waffen trennen wollen, sei aber schließlich doch davor zurückgeschreckt, „weil ich Angst hatte vor den Konsequenzen“. Er fürchtet die Nachfragen der Polizei.

Nicht vorbestraft

Der Richter, die Schöffen, der Staatsanwalt und die beiden Rechtsanwälte sahen sich nun Fotos von den vorgefundenen Waffen an. Man stellte fest: „Alles weitgehend Schrott.“ Nur die Munition sah eindeutig neuwertig aus.

Dann kamen Zweifel auf, ob die 16 Patronen, die dem Fall die eigentliche Brisanz gaben, wirklich nur in Waffen passen, die unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen? Ob sie nicht vielleicht auch in Waffen passen, für die man eine einfach Erlaubnis brauchte? Dass der Sohn wirklich etwas mit dem Fund zu tun hatte, wurde im Verlauf der Verhandlung ebenfalls bezweifelt. Auf Antrag des Staatsanwaltes wurde das Verfahren gegen ihn eingestellt. Er ging auf der Stelle nach Hause.

Für seinen Vater, der nicht vorbestraft ist, beantragte der Staatsanwalt ein Jahr auf Bewährung. Dem folgte das Gericht. Richter Stephan Ebeling meinte eindringlich: „Wenn Sie noch irgendwelche Waffen haben: Geben Sie sie ab!“

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