Düren - Vorurteile gegenüber moderner Kunst kennen sie nicht

Vorurteile gegenüber moderner Kunst kennen sie nicht

Von: mv
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senioren_museum
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Düren. Sie sind ein munterer Kreis von 15 älteren Damen, die sich sehr für Kunst interessieren. Manchmal schließt sich ihnen auch der ein oder andere Herr an. So wie letztes Mal, als der jetzt „Golden Club” genannte Kreis die Bibliothek im Papiermuseum besichtigte.

„Die Älteste kommt mit dem Rad”, sagt Helga Semmler, die die Gruppe jeden letzten Mittwoch im Monat mit alter und neuer Kunst vertraut macht, und zeigt auf einen ihre Schützlinge. Die Mitglieder dieses Kunstkreises sind, das merkt man im Laufe des Treffens, versierte Kunstbetrachter, allem Neuen gegenüber aufgeschlossen und hinsichtlich Kunst ohne Berührungsängste und Vorurteile. Das zu erleben, macht Spaß.

Ins Papiermuseum zog es die Gruppe neulich, weil das Hoesch-Museum belegt war. NRW-Umweltminister Remmel hatte zur Tagung geladen, da spielte Kunst gar keine Rolle. So wichen die Damen nach nebenan aus, und da auf die Bibliothek. Dort kann man an einem langen Tisch die allerfeinsten Kunstbände betrachten, stundenlang wenn man möchte. Teure Bücher mit hervorragenden Abbildungen, die einem das Gefühl vermitteln, man habe es mit Originalen zu tun, stehen in den Regalen.

Bevor jedoch Bibliothekarin Katharina Barsuhn mit ihrem Vortrag über die Schätze der Präsenzbibliothek begann, wurde bei Kaffee und Kuchen geplaudert. Manche Damen sehen sich nur einmal im Monat und haben sich viel zu erzählen. „Das erledigen wir immer am Anfang”, sagt die Kunstpädagogin.

Die Bibliothek kauft selbst nie Bücher, dafür gibt es keinen Etat. Die Werke kommen durch Tausch nach Düren. Man steht mit etwa 60 Museen in Verbindung, schickt mal hierhin, mal dorthin eigene Kataloge und bekommt dafür die Kataloge der anderen. So hat sich im Laufe der Jahre ein Schatz von 25.000 Bänden angesammelt, die schönsten 3000 Bände befinden sich im Lesesaal, in dem der „Golden Club” jetzt Platz genommen hat.

Ein weiter Quell wunderbarer Werke hat sich ergeben, weil das Hoesch-Museum gelegentlich wertvolle Bilder aus seiner Sammlung verleiht. Zuletzt gingen zehn Werke zu einer spektakulären Schau nach Paris (wir berichteten). Und mit dem Verleihen fällt dann jedes Mal „ein traumhaft schöner Katalog” (Katharina Barsuhn) als Belegexemplar für Düren ab.

Museumschefin Dr. Renate Goldmann plant, jetzt auch alle Bücher digital erfassen zu lassen. Dann könne jeder im Internet sehen, was Düren besitzt.

Die Bibliothekarin berichtet von mancherlei Umständen, die Bücher machen können. Zum Beispiel durch ihr Gewicht. In einer Bibliothek muss jeder Quadratmeter 600 Kilogramm tragen können, normal sind in Wohnungen 150 Kilogramm. „Zunächst hieß es: Hier dürfen keine Bücher rein”, erzählt die Referentin. Dann sei die Idee aufgetaucht, die Regale nicht auf den Boden des Saals zu stellen, sondern sie an die Wände zu hängen. Eine Idee, die kein geringerer als Professor Meisenheimer „genial” nannte.

Ihre Lieblingswerke fanden die Damen beim Besuch schnell heraus. Alle drucktechnisch und in der Farbwiedergabe sehr gut.
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