Vortrag über Carl Georg Schillings: Stadtmuseum platzt aus allen Nähten

Von: Andreas Bongartz
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Seine Lebensaufgabe verschwind
Seine Lebensaufgabe verschwindet nun vorerst wieder im Keller des Stadtmuseums: Rolf Terkatz begleitet die Schillings-Sammlung nun schon seit 1966. Sie ist für ihn zu einer Herzensangelegenheit geworden, so dass es ihn stets freut, wenn neue Stücke für die Sammlung, wie diese Fotografie, auftauchen. Foto: Andreas Bongartz

Düren. Wenn es noch eines Hinweises bedurft hätte, dass dem Dürener Afrikaforscher und Naturschützer Carl Georg Schillings eine Dauerausstellung gebührt, so erbrachte sie der Mittwochabend in eindrucksvoller Weise.

Das Dürener Stadtmuseum hatte zu einem Vortrag über Leben und Wirken des einflussreichen Stadtsohnes eingeladen und der Raum, in dem Rolf Terkatz, Betreuer der Schillings-Sammlung, für gut anderthalb Stunden referieren sollte, platzte aus allen Nähten.

Weit mehr als hundert Zuhörer dürften es gewesen sein, die sich ins Stadtmuseum gedrängt hatten, für viele von ihnen gab es keine Sitzplätze mehr. Trotzdem und obwohl im Vortragsraum drückende Temperaturen herrschten, harrten alle geduldig aus. Verständlich, denn zum einen war es die vorerst letzte Gelegenheit, die Schau über den Abenteurer, Großwildjäger, Fotopionier und Naturschützer zu besichtigen - die Exposition muss einer neuen Ausstellung über Düren zur Zeit des Kaiserreichs weichen.

Zum anderen war Schillings natürlich eine faszinierende Persönlichkeit, deren Leben und Werk Rolf Terkatz ebenso ansprechend und fesselnd zu präsentieren wusste. Man merkte Terkatz einfach an, dass die Schillings-Sammlung, mit der er sich bereits seit 1966 beschäftigt, seine große Leidenschaft ist. „Es war eine Wonne ihrer Stimme zuzuhören”, bedankte sich eine Besucherin nach dem Vortrag beim ehemaligen Rektor.

Zu Recht, plauderte dieser doch mit viel Begeisterung über sein Lieblingsthema und ließ das Leben Schillings noch einmal en detail Revue passieren. So konnten die Besucher erfahren wie Schillings auf dem Weyerhof in Düren aufgewachsen ist, dass er unter anderem dem Jagdreiten mit seinem Lieblingspferd Rufus frönte und darüber hinaus auch in der Pferdezucht tätig war.

Ein besonderes Augenmerk legte Terkatz verständlicherweise auf die vier Afrika-Expeditionen von Schillings. Gespickt mit zahlreichen Fotografien von seinen Reisen und Auszügen aus Schillings Buch „Mit Blitzlicht und Büchse” wurden die Reisen nach Ostafrika so vor den Augen der Besucher lebendig.

Dabei dürfte Rolf Terkatz seine Ausführungen mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehalten haben, wird seine, wie er selbst sagt, Lebensaufgabe doch nun wieder ein Kellerdasein fristen - „für den Augenblick”, wie der ehemalige Rektor betonte.

Denn man hofft im Stadtmuseum auf eine Erweiterung der zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten: Im ersten Stockwerk möchte man zwei Räume für Dauerausstellungen über Schillings und den 16. November 1944 schaffen.

Nur: Im ersten Stockwerk befindet sich das Freiwilligenzentrum, das bislang von den Plänen des Stadtmuseums wenig begeistert erscheint. Bürgermeister Paul Larue soll vermitteln. „Ich hoffe auf das Verständnis des Freiwilligenzen-trums”, sagt Rolf Terkatz. Auch, weil das Stadtmuseum mittlerweile seine Kapazitätsgrenzen erreicht habe. Denn ständig erweitert sich der Bestand des Museums, ein Beispiel ist auch die Schillings-Sammlung: Immer wieder tauchen neue Schätze von und über Carl Georg Schillings auf.

Erst vor einigen Monaten gelangte man durch eine Schenkung der Enkelin von Schillings Bruder, dem berühmten Komponisten Max, in Besitz neuer Fundstücke, etwa einer großformatigen handkolorierten Fotografie. „Ich freue mich über jedes neue Stück”, so Terkatz, der damit rechnet, dass Bürgermeister und Freiwilligenzentrum bald eine Lösung finden werden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man uns längerfristig Steine in den Weg legen möchte.”

Schließlich solle das Freiwilligenzentrum nach der Renovierung des Rathauses auch einen Platz in der Stadtverwaltung finden, es gehe also nur um eine Übergangslösung. Bis diese allerdings gefunden ist, heißt es für die Schillings-Sammlung: auf unbestimmte Zeit geschlossen.
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