Vorsitzender der Senioren-Union will Jungen den Rücken stärken

Von: Margret Vallot
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Ist seit den 1960er Jahren in Düren als Christdemokrat politisch aktiv: Robert Halstein. Fotos.Margret Vallot

Düren. Der Zustand der CDU in Düren ist nicht der beste. Die Treffen der Christdemokraten seien schlecht besucht, und das Engagement lasse zu wünschen übrig. Das meint zumindest Robert Halstein. Und als soeben neu gewählter Vorsitzender der Dürener Senioren-Union möchte er daran etwas ändern.

Halstein gehört zweifellos zu den „jungen Alten“, von denen in letzter Zeit gelegentlich die Rede ist. Gemeint sind Menschen, die zwar das Rentenalter erreicht haben, aber sportlich fit, geistig rege und überaus unternehmungslustig sind.

Robert Halstein weiß, „welches Wissen in den Köpfen, welches Potenzial bei den Senioren vorhanden ist“. Er kann sich vorstellen, dass Dürener Senioren den noch recht jungen Vorsitzenden Thomas Floßdorf beraten, „ohne selbst Ambitionen zu haben“. Die Stadt Dormagen liefert ihm die Vorlage. Dort habe es vor etwa 15 Jahren eine junge Truppe in den Rat und das Bürgermeisteramt geschafft, „weil sie eine Seniorengruppe hinter sich hatte“.

Parteien, da macht sich Halstein keine Illusionen, seien derzeit sogar für ihre eigenen Mitglieder nicht mehr attraktiv. „Abnicken, was der Vorstand schon entschieden hat“, sagt er, da machen viele nicht mehr mit. „Und da setze ich auf Thomas Floßdorf“, erklärt der Mann, der schon seit 1969 Christdemokrat ist und erst vor zwei Jahren in Venedig wieder geheiratet hat und sich mitsamt der Gattin bei In Via und dem „Café Lichtblick“ für Obdachlose einsetzt.

Konkret möchte Halstein seine Truppe im Wahlkampf einsetzen: im September bei der Bundestagswahl, im Juni 2014 bei der Kommunalwahl und 2015 bei der Bürgermeisterwahl. 15 Jahre lang war er in Düren Stadtverbandsvorsitzender, 15 Jahre lang auch ehrenamtlicher Bürgermeister, wurde 1988 Karnevalsprinz. Der Mann kennt die Stadt und die Mentalität der Menschen, und er mag sie.

Sobald es Probleme gebe, „dann kommen die Alten, wenn sie gerufen werden“. Und sie seien auch bereit, sich mit den neuen Medien zu befassen. Die Senioren-Union hat eine lebhafte Facebook-Seite, demnächst werden Schulungsabende für Senioren angeboten. Einladungen der CDU, auch an die Senioren, werden längst überwiegend per Mail verschickt.

Zwei Themen sind ihm besonders wichtig: Mehr Arbeitsplätze für Senioren, die nicht mit 67 in Rente gehen wollen, müsse es geben. Dafür werde er sich einsetzen, gerne auch parteiübergreifend. Und das seniorengerechte Wohnen müsse gefördert werden.

Was die Berufstätigkeit betrifft, so ist Halstein selbst ein gutes Beispiel für die Leistungsfähigkeit der älteren Generation. Die Karriere als Geschäftsführer ist beendet. Seit 2005 ist er im eigenen Musik- und Plattenverlag zuständig für Marketing und Vertrieb. „ROMA records“ ist ein Projekt, das als Hobby klein gestartet ist und sich jetzt zu einem Fulltime-Job ausgewachsen hat.

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