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Vorbezahlter Strom als Ausweg: Neue Pre-Paid-Zähler zu haben

Von: Burkhard Giesen
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Waltraud Widdau, Leiterin des
Waltraud Widdau, Leiterin des Stadtwerke-Kundencenters, mit dem Pre-Paid-Stromzähler. Der dazugehörige Schlüssel kann am Kassenautomaten selbst aufgeladen werden. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Für notorische Quasselstrippen oder SMS-Junkies ist die Lösung simpel: Wer die Kosten für sein Mobiltelefon nicht im Griff hat, der kann bequem einen Pre-Paid-Tarif nutzen und dann nur noch sein Guthaben vertelefonieren. Was mit dem Telefon funktioniert, klappt auch mit dem Strom.

„Das ist ein Angebot an Kunden, die Zahlungsrückstände haben”, sagt Jürgen Schulz, Sprecher der Stadtwerke Düren (SWD). Die Funktionsweise ist einfach. Die Kunden erhalten einen gesonderten Zähler, der nur mit einem elektronischen Schlüssel freigeschaltet werden kann. Auf diesen Schlüssel kann im Kundencenter am Kaiserplatz das entsprechende Guthaben aufgeladen werden - in Bar oder am Kassenautomaten.

Rund 220 von insgesamt etwa 60.000 Stadtwerke-Kunden nutzen dieses Angebot derzeit, weiß Waltraud Widdau, Leiterin des Kundencenters. Fast alle dieser Kunden haben da schon einen Leidensweg hinter sich - von hohen Zahlungsrückständen bis zu Stromsperren. Jürgen Schulz: „Unsere Bitte ist immer, dass Kunden mit Zahlungsschwierigkeiten frühzeitig zu uns kommen, damit es erst gar nicht zu Stromsperren kommt.”

Waltraud Widdau arbeitet in solchen Fällen aber auch eng mit der Jobcom und der Schuldenberatung zusammen. Ihre Erfahrung mit dem Stadtwerke-Angebot ist sehr positiv: „Die Kunden können ihr Guthaben immer sehen und haben vor allem eine Kostenkon-trolle.” Dass die Stadtwerke dieses Angebot positiv bewerten, verwundert nicht. Kunden, die sich für den Pre-Paid-Strom entscheiden, können keine weiteren Schulden anhäufen und sich damit auch nicht mehr zu Problemfällen entwickeln.

Immerhin 800 Sperrungen müssen die Stadtwerke aufgrund von Zahlungsrückständen im Jahr vornehmen, die finanziellen Zahlungsrückstände allein bei Kunden, die nicht mehr im Strombezug sind, liegen im siebenstelligen Bereich. Beim Pre-Paid-Strom können solche Summen nicht mehr zustande kommen. Kann der Kunde seinen Schlüssel nicht mehr aufladen, sitzt er eben ohne Strom da.

Ist das ein Grund, das Stadtwerke-Angebot kritisch zu sehen? Nein, sagt die Dietlinde Folger-Kastrau von der Schuldenberatung der Evangelischen Gemeinde: „Es ist immer noch besser zwei Wochen Strom zu haben, als gar keinen. Man kann sich mit Pre-Paid-Strom selbst disziplinieren - es ist aber nicht die Lösung für alle Probleme.” Deshalb plädiert sie auch dafür, im Einzelfall die Ursachen für die Zahlungsrückstände genauer unter die Lupe zu nehmen. „Oft ist zum Beispiel bei den Betroffenen der Wohnraum so schlecht isoliert, dass einfach mehr Energie verbraucht werden muss. Es ist also nicht immer zügelloser Stromverbrauch.”

Dass der Bedarf für den Pre-Paid-Strom größer wird, registriert Dietlinde Folger-Kastrau ebenso, wie die Stadtwerke selbst. Deshalb wurden weitere 200 Zähler geordert, die nur per elektronischem Schlüssel betrieben werden können.
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