Vor Gericht: Mit 23 Jahren schon viel auf dem Kerbholz

Von: mv
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Düren. Erst 23 Jahre alt und hat schon so viel kriminelle Energie! Donnerstag mussten sich die Zuschauer im Amtsgericht wundern, denn der junge Angeklagte aus Nideggen hat bereits zehn Vorstrafen kassiert. Darunter seit 2004 alles keine Kavaliersdelikte, sondern Diebstahl in 27 Fällen, räuberische Erpressung und Körperverletzung.

Dafür hat er eine Jugendstrafe in Höhe von drei Jahren und neun Monaten kassiert. Genützt hat diese Strafe nichts, denn 2011 wurde er wieder mehrfach straffällig. „Gewerbsmäßigen Diebstahl” warf ihm der Staatsanwalt vor.

Im Januar diesen Jahres stopfte er sich zusammen mit einem Freund in einem Nideggener Geschäft Kosmetikartikel unter die Jacke. Wert: 1908 Euro. Im April und im Juni klaute er in Düren in drei Geschäften teures Parfüm. Und im Mai waren wieder Kosmetikartikel in einem weiteren Geschäft in Dürens Innenstadt Objekte seiner Begierde. Anfang diesen Monats wurde er auch noch bei einer längeren Schwarzfahrt erwischt.

Vor Gericht brachte die Anwältin die Sprache auf die vergleichsweise langjährige Drogensucht des Angeklagten. Der ist offenbar seit dem 15. Lebensjahr von Heroin abhängig. Kriminell sei er nur immer geworden, um seine Sucht zu finanzieren. Eine Drogentherapie hatte er abgebrochen.

Die Anwältin sah gleichwohl Perspektiven: Er habe sich zu einer weiteren Langzeittherapie breit erklärt, die auch bewilligt und bezuschusst werde. Entsprechende Papiere wurden vorgelegt. Der junge Mann beteuerte, er habe jetzt wirklich erkannt, dass es so nicht mehr weitergehen könne in seinem Leben.

Der Staatsanwalt hielt eine Straße von einem Jahr und drei Monaten ohne Bewährung für angemessen. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Hans-Georg Wingen verurteilte ihn zu einem Jahr Haft ohne Bewährung. Die schon bewilligte Langzeittherapie darf er antreten, die Strafe muss er nur absitzen, wenn er die Therapie nicht durchhält. „Die Therapie ist Ihre einzige Möglichkeit, wenn Sie die nicht durchstehen, gehen Sie kaputt”, redete ihm Wingen bei der Urteilsverkündung ins Gewissen.
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