Düren - Von Düren hinaus nach Europa

CHIO-Header

Von Düren hinaus nach Europa

Von: jan/oha
Letzte Aktualisierung:

Düren. Europa wächst immer weiter zusammen. Und vorneweg dabei: die Dürener. Menschen aus der Rurstadt sind inzwischen in vielen Nachbarstaaten zu Hause.

Als Doris Iland 1975 nach Belgien zog, war das offiziell eine Auswanderung. Die Grenzen zwischen der Bundesrepublik und dem Nachbarstaat waren streng bewacht. Nicht zuletzt, weil sonst zu viele billige Zigaretten nach Deutschland geschmuggelt worden wären. Heute sind die Grenzen verschwunden. Im vereinigten Europa kann man wohnen und arbeiten, wo man möchte.

Das erleichtert auch Doris Iland das Leben. „So alle zwei bis drei Wochen” besucht sie ihre Heimatstadt Düren. Hier wohnen schließlich noch Eltern und Brüder. Nach Lüttich zog die 58-Jährige seinerzeit ihrem Mann zuliebe. Der ist Belgier, hatte zunächst für deutsche Firmen gearbeitet, machte sich dann jedoch in Belgien selbstständig. „Anfangs war es schwer. ich konnte schließlich kein Französisch”, erinnert sich Doris Iland an die erste Zeit in Belgien. Die 1971 in Deutschland geborene Tochter zog mit um, 1983 wurde der Sohn geboren, der belgischer Staatsbürger ist.

Doris Iland besitzt die deutsche und die belgische Staatsangehörigkeit. Wo ist der Unterschied zwischen Lüttich und der Heimat in Düren? „Hier in Belgien ist man großzügiger, nimmt nicht alles gleich so bierernst”, sagt die 58-Jährige, die in Belgien zur Europawahl geht.

Makis Chamalidis hat es von Düren nach Paris verschlagen. „Ich wollte schon immer in eine große Stadt”, sagt der Sportpsychologe. Seine Doktorarbeit schrieb Chamalidis nach dem Psychologiestudium in Trier darüber, wie Leistungssportler ihr Karriereende verarbeiten. Er selbst spielte beim Dürener Turnverein Volleyball. „Ich bin damals mit zu Meisterschaften gefahren, ich hatte mit Goswin Caro und Josef Kaulen gute Trainer, die mir viel Technik beigebracht haben”, erinnert er sich gerne an diese Zeit zurück.

Inzwischen beschäftigt sich Chamalidis auf andere Weise mit Sport. Als Psychologe arbeitet er seit 13 Jahren mit dem französischen Tennis-Verband zusammen, seit fünf Jahren auch mit dem Fußballverband. Als Experte geht der Verfasser mehrerer Fachbücher regelmäßig auf Vortragsreisen. Ab und an kommt Chamalidis auch nach Düren zurück. Ob und was er bei der Europawahl wählt, lässt der gebürtige Grieche im Gespräch mit den „Nachrichten” noch offen: „mal sehen.”

Die Möglichkeit der Briefwahl hat Nora Hochkirchen genutzt. Die 20-jährige aus Golzheim hat ihr Abitur an der Dürener Europaschule Gymnasium am Wirteltor „gebaut”. Sie lebt und studiert derzeit in Groningen in den Niederlanden. Psychologie ist das Studienfach, die Vorlesungen werden auf Englisch gehalten. An ihrem Gastland schätzt Nora Hochkirchen vor allem die Mentalität der Menschen: „Die Holländer sind freundliche Menschen, irgendwie gelassener.” Ihren ersten Wohnsitz hat die Studentin bei ihren Eltern in Golzheim behalten. Mehrmals im Jahr legt sie die 350 Kilometer lange Strecke zwischen Groningen und der Heimat per Bahn zurück.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert