Von Düren direkt ans Filmset

Von: Sandra Kinkel
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Christina Buller (links) und Tabea Buß interessieren sich für die Schauspielerei – und hoffen auf eine kleine Rolle in einer bekannten Fernsehserie. \ Foto: Sandra Kinkel

Düren. Otto Nitschke ist begeistert. „Tolle Stimme“, sagt der Projektleiter von EMA, einer Event- und Marketing-Agentur, die für die Produktionsfirma UFA bundesweit Castings durchführt. Am Montag war Castingtermin in Düren, und Otto Nitschke hat gerade eine mögliche Kandidatin für „Das Supertalent“ auf RTL entdeckt: Courtney Ofunim, 20 Jahre aus Düren.

Die junge Frau, die in Paderborn Wirtschaftswissenschaften studiert, verbringt gerade die Ferien zu Hause und war mit ihrer Mutter im Stadtcenter unterwegs, als gesehen hat, dass genau hier ein Casting stattfindet. „Ich singe in einem Gospelchor“, erzählt die junge Frau. „Und wie wohl fast jeder, träume ich auch von einer Karriere im Fernsehen. Deswegen habe ich mitgemacht. Und ich lasse mich überraschen, was passiert.“ Sie schaue gerne Sendungen wie „Das Supertalent“ oder andere Castingshows im Fernsehen an. „Und wenn ich genommen werde, mache ich natürlich mit“, so Courtney Ofunim. „Auch wenn man manchmal schon ziemlich runter gemacht wird.“

Es war am Montag das erste Mal, dass im Auftrag der UFA in Düren ein Casting stattgefunden hat. „Wir sind mit der Resonanz zufrieden“, sagt Otto Nitschke. „Unser Casting läuft seit zweieinhalb Stunden, und wir hatten schon über 60 Kandidaten. Wenn man bedenkt, dass hier ja Sommerferien sind, ist das wirklich gut. Und es wird ja auch immer voller.“

Stimmt, Courtney Ofunim ist längst nicht die Einzige, die von einer Fernsehkarriere träumt. Auch Birgit Kalwitz (42), die an spinaler Muskelatrophie, einer seltenen Art von Muskelschwund, leidet, ist zum Casting gekommen. „Hier werden ja auch Schauspieler gesucht“, sagt die Frau im Rollstuhl. „Und ich finde, dass viel zu wenig Menschen, die körperlich beeinträchtigt sind, im Fernsehen zu sehen sind. Das muss sich ändern.“ Frau Kalwitz kann sich eine Rolle in der Arztserie „In aller Freundschaft“ vorstellen. „Sterben will ich nicht so gerne“, sagt sie. „Aber vielleicht ein Kind bekommen. Das fände ich gut.“

Wer wie Birgit Kalwitz von einer größeren Rolle träumt, muss beim Casting eine kleine Szene spielen oder einfach ein bisschen von sich selbst erzählen. „Ich war tierisch aufgeregt“, so Kalwitz, „aber es hat auch jede Menge Spaß gemacht.“ Alle, die nur als Komparse in einer Fernsehserie arbeiten wollen, werden beim Casting aus verschiedenen Perspektiven fotografiert. „Wir suchen Darsteller für ‚Gute Zeiten, schlechte Zeiten‘, ‚Unter uns‘ oder ‚Verbotene Liebe‘, um nur einige zu nennen“, so Otto Nitschke. „Und es kann wirklich jeder bei dem Casting mitmachen. Wir treffen keinerlei Vorauswahl und sagen auch keinem heute ab. Jeder bekommt eine Sedcard auf unserer Internetseite, auf die die Fernsehleute dann Zugriff haben.“

Auch Christina Buller (21) und Tabea Buß (14) wollen zum Fernsehen. „Es ist mein erstes Casting“, sagt Christina, die in Bonn Asienwissenschaft studiert. „Ich interessiere mich für die Schauspielerei und würde gerne in dieser Richtung irgendetwas machen. Und vielleicht ist das ja heute für mich wirklich eine Chance.“ So ähnlich ist das bei Tabea Buß auch. Die Schülerin des Stiftischen Gymnasiums hat bei der Theater-AG ihrer Schule mitgemacht und kann sich durchaus vorstellen, im Bereich Musik und Schauspielerei zu arbeiten. „Ich habe mich total spontan entschlossen, hier heute mitzumachen“, sagt sie. „Jetzt warte ich ab, was passiert.“

Da kann Alexander Braun (63) schon auf mehr Fernseherfahrung zurückblicken. „Ich habe schon bei Sendungen wie ‚Barbara Salesch‘ und ‚Niedrig und Kuhnt‘ mitgemacht. Besonders gut kann ich Penner, Väter und Förster spielen.“ Die UFA sei eine der größten deutschen Produktionsfirmen, so Braun. „Da lohnt es sich vielleicht, wenn man bei denen in der Kartei ist.“ Mittlerweile ist es richtig voll im Stadtcenter, immer mehr, die von einer Fernsehkarriere träumen, kommen zum Casting. Und wer weiß, vielleicht wartet auf den ein oder anderen ja wirklich eine kleine oder sogar große Fernsehkarriere.

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