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Vom römischen Karneval bis zum Walzer

Von: Anneliese Lauscher
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Mit einem gut ausgewählten Programm erfreute die Cappella Villa Duria ihre Freunde beim Neujahrskonzert. Foto: Anneliese Lauscher

Düren. Das Neujahrskonzert der Cappella Villa Duria am Sonntag im Haus der Stadt ließ keine Wünsche offen. Der Leiter des Orchesters, Johannes Esser, bewies eine glückliche Hand bei der Auswahl der Stücke und stellte sein treues Publikum rundum zufrieden.

Alle Zuschauerplätze waren besetzt, als das Sinfonieorchester mit der Ouvertüre zu „Römischer Karneval” von Hector Berlioz begann, als die sanfte Melodie der Streicher und Bläser einsetzte, die dann von den Flöten aufgewirbelt wurde und zu einem munteren, temporeichen Spiel wurde, in dem sich mehr und mehr das Schlagwerk mit seinem Rhythmus hineinmischte - ein opulentes Werk für ganz großes Orchester. So bezeichnete es die Moderatorin, Dr. Gisela Hagenau, der man gerne zuhörte, weil sie in unaufdringlicher, aber kompetenter Weise Einzelheiten zur Geschichte der gespielten Musik und ihrer Komponisten zu vermitteln wusste.

Amerikanische Beschwingheit

Die Musiker wagten einen Sprung zum „Times Square” von Leonhard Bernstein. Hier durften mit amerikanischer Beschwingtheit die Posaunen schön schräg spielen, plötzliche Tempowechsel hielten Akteure und Publikum in Atem. Das berühmte und unverkennbare „Summertime” von George Gershwin wurde zu einem speziellen Genuss. Einfühlsam sang die Sopranistin Marion Schoeller den Evergreen.

Gemeinsam mit dem Bariton Wolfgang Tombeux gelangen leidenschaftlich vorgetragenen Duette aus Gershwin´s „Porgy and Bess”. Extra für Klarinette arrangiert hatte man Gershwin-Lieder, damit Andy Miles sie in unvergleichlicher Weise vortragen konnte. Er scheint mit seinem Instrument zu verschmelzen, unglaublich, wie er mit Hingabe und offensichtlicher Leichtigkeit die Klarinette spielt. Mit dem swingenden „I got Rhythm” entließ er die restlos begeisterten Zuhörer in die Pause.

Jacques Offenbachs temperamentvoller Can-Can, ein bisschen wild, mit Schwung und Schmiss, entführte das Publikum nach Paris. Dann genoss man wieder andächtig und atemlos den Vortrag des Klarinettisten, der in „Variationen für Klarinette und Orchester” von Gioacchino Rossini brillierte.

Natürlich auch Walzer

Zu einem richtigen Neujahrskonzert gehören auch Strauss-Walzer: Da ließ Marion Schoeller ihren Sopran im Frühlingsstimmenwalzer wie eine Lerche empor schwingen. Und der Kaiserwalzer - der zunächst nicht wie ein Walzer klingt, denn er beginnt marschmäßig im Zweivierteltakt - ließ die ganze Wiener Walzerseligkeit spüren, und viele Zuhörer summten leise mit.

Als dann noch der „Radetzky-Marsch” als Zugabe erklang, schön zackig, und die Musiker „Prosit Neujahr” wünschten, war es fast wie in Wien.
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