Volkshochschule: Die Gesellschaft immer im Blick

Von: Sandra Kinkel
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In diesem Haus in der Violenga
In diesem Haus in der Violengasse ist die Dürener Volkshochschule erst seit 1982 untergebracht. Seitdem bietet das Weiterbildungsinstitut auch tagsüber und am Wochenende Kurse an. Foto: Dietmar Engels

Düren. Heute vor genau 110 Jahren wurde in Deutschland die erste Volkshochschule (VHS) gegründet. Die in Düren ist zwar noch nicht ganz so alt, war aber immerhin Deutschlands zwölfte VHS und blickt auch schon auf eine 93-jährige Geschichte zurück.

Am 27. Oktober 1919 wurde die VHS in Düren von ehrenamtlichen Helfern gegründet. „Mit Unterstützung der Industrie”, so VHS-Leiter Horst Bertram. „Das Ziel war damals einfach den Menschen zu ermöglichen, sich weiterzubilden.”

Viel ist über die ersten Jahre der Dürener Volkshochschule nicht bekannt. „Wir wissen nur”, sagt Bertram, „dass die Nationalsozialisten die Arbeit der Schule in den 30er Jahren beendet haben.” 1946 ging es aber dann schon wieder weiter. Fünf Mark kostete seiner Zeit ein zwölfwöchiger Kurs.

Es gab Englisch- und Französischkurse, Mathematik, Kunstgeschichte, aber auch schon Kurse in Erster Hilfe und Einführungen in das Steuerrecht. „Klassisch”, so Horst Bertram, „waren aber auch Grundtechniken wie Nähen, die die Leute in der Volkshochschule lernen konnten.”

Klassischerweise, schmunzelt Stefan Kesting, stellvertretender VHS-Leiter in Düren, werde die VHS ja immer mit Makramee- und Töpferkursen in Verbindung gebracht. „Und mit der Zahnarztfrau als typischer Schülerin. Dem ist aber längst nicht mehr so.”

Ein wichtiger Meilenstein für die Dürener Volkshochschule war neben der Einführung eines hauptamtlichen Leiters im Jahr 1979, also 60 Jahre nach Gründung der Schule, auch der Umzug in das große Schulgebäude an der Violengasse.

Zunächst war die VHS nämlich im Leopold-Hoesch-Museum untergebracht, später auf zwei Etagen eines Hauses in der Josef-Schregel-Straße. Bertram: „Erst durch das Gebäude in der Violengasse ist es uns möglich geworden, auch Tages- und Wochenendkurse anzubieten.” Nur so lassen sich auch die 10 000 Volkshochschüler in Düren erklären.

Die VHS, sind sich Horst Bertram und Stefan Kesting einig, reagiere immer auf den wechselnden Bedarf der Gesellschaft. Bertram: „Man kann sagen, die VHS ist Motor für gesellschaftliche Veränderungen.” Anfangs hätte es Elternbildung gegeben - mit Kinderbetreuung während des Unterrichtes.

Zu der Zeit als viele Spätaussiedler kamen, wurde Deutsch als Fremdsprache wichtig. Dann kamen die Integrationskurse, ein Esoterikboom und nicht zu vergessen natürlich der große Bereich EDV. Auch dazu fällt Bertram eine Anekdote ein.

„Als noch kaum einer zu Hause Internet hatte, gab es bei uns das Angebot freitags von 22 bis 24 Uhr ins Netz zu kommen. Da haben die Leute Schlange gestanden.”

Heute sind die Schulabschlusskurse ein wichtiger Bereich der VHS, aber auch die Vorbereitungen aufs Zentralabitur für Schüler und auch Kochkurse sind sehr beliebt. Darüber hinaus soll die städtische Volkshochschule mit der des Kreises fusionieren. Bertram: „Und es ist auch schon sehr viel vorbereitet.

Wir haben schon eine gemeinsame Honorarordnung und auch gemeinsame Teilnahmebedingungen. Wir rechnen eigentlich damit, dass wir im kommenden Semester schon zusammenarbeiten.”

Viel ändern soll sich für die Schüler dann allerdings nicht. Stefan Kesting: „Wir wollen nach wie vor Bildung für alle anbieten. Nicht zuletzt auch für bildungsferne Schichten.”
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