Langerwehe/Eschweiler - Vier Windräder erregen Gemüter

Vier Windräder erregen Gemüter

Von: Julian Loevenich
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Moderator Peter Jahnen musste oftmals die Gemüter bei der Informationsveranstaltung beruhigen. Foto: jul

Langerwehe/Eschweiler. Am Ortsrand von Langerwehe hin in Richtung Eschweiler ragen derzeit neun Windkraftanlagen in die Höhe, von weitem wirken sie ruhig, gemächlich. Doch spätestens seit Ende der Woche weht auf dem Windpark „Halde Nierchen“ wieder mächtig der Wind – und das ist keineswegs positiv zu interpretieren.

Die Energiekontor AG aus Bremen, Betreiberin und Eigentümerin der 1998 errichteten Anlage, möchte die veralteten Windränder optimieren, mehr Effizienz schaffe; im Fachjargon nennt sich das ganze „Repowering“.

Auf der Bürgerinformationsveranstaltung in der Langerweher Kulturhalle sollte betroffenen Anwohnern das Vorhaben, zu dem derzeit nur eine Skizze, also keinerlei Gutachten vorliegen, offengelegt werden, um ein Meinungsbild zu gewinnen.

Die neun Anlagen, von denen zurzeit vier auf dem Langerweher und fünf auf dem Eschweiler Gebiet angesiedelt sind, sollen auf eine Stückzahl von vier reduziert werden. Das bedeutet, auf der Eschweiler Seite fielen zwei Windräder weg, auf der Langerweher drei.

Ruhiger, leiser sollen die neuen Anlagen sein, weniger Schlagschatten werfen und mehr Energie erzeugen. „Statt derzeit 3500 Haushalte könnten nach dem Repowering 8000 Haushalte mit Strom versorgt werden“, sagte Torben Möller vom Energiekonzern. Allerdings wüchsen die schlaksigen Türme auch in die Höhe. Statt der jetzigen 90 Meter läge die Maximalhöhe bei 150 Meter. Die Auswüchse sind in den Augen der betroffenen Bürger jedoch noch das kleinste Problem: Vielmehr sorgen die Immissionen für heftigste Reibungen und Wirbelungen.

Denn bei den jetzigen Anlagen hatte man hinsichtlich der Hindernisbefeuerung (der Kennzeichnung der Windräder mit einem blinkenden Licht), des Schattenwurfs und des Schalls einige Verbesserungen erfolgreich eingeklagt, nachdem Fehler im Gutachten festgemacht worden waren. Diese Verbesserungen sehen die Langerweher und auch die Eschweiler Bürger in Gefahr. Immer wieder während der Vorstellung des Projektes, das frühestens Ende 2015 fertiggestellt werden könnte, hagelte es Kritik in Richtung Energiekonzern.

Rechtliche Auflagen seien der Energiekontor wohl nicht bekannt, hieß es da, ob man das den Bürgern antun wolle, fragte einer an Bürgermeister Heinrich Göbbels gerichtet. An vielen Stellen drohte die Diskussion zu eskalieren; Moderator des Abends und Mitverantwortlicher für das Projekt, Peter Jahnen, vom Planungsbüro HJP musste immer wieder besänftigen, versuchte zu neutralisieren, die Gesprächsrunde auf eine rein sachliche und eher rationale Ebene zu hieven.

„Beide Räte sollen durch die Veranstaltung heute eine Entscheidungsgrundlage erhalten“, hatte Jahnen zu Beginn betont. Für die Bürger allerdings ist klar, und das betonten sie auch: „Für uns ist das keine Verbesserung, sondern für den Energiekonzern. Der steigert dadurch seinen Gewinn“, zeigte sich so mancher Besucher der Veranstaltung skeptisch.

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