Viele Verkehrsschilder haben noch das alte Design

Von: Burkhard Giesen
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So sieht die moderne Variante des Verbotsschildes aus - hier in der Weierstraße. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Den meisten Verkehrsteilnehmern dürfte es kaum auffallen: Seit ein paar Jahren schon sind die Kommunen damit beschäftigt, Verkehrsschilder auszutauschen. Die alten Piktogramme haben ausgedient, moderne Zeichen müssen her, hat der Gesetzgeber entschieden.

So wird zum Beispiel nicht mehr mit der klassischen Dampflok vor einem Bahnübergang gewarnt, sondern mit der moderneren E-Lok. Egal ob Mutter und Kind, das Symbol für ein Fahrrad oder gar die Autos auf einem Überholverbotsschild - alles schaut moderner aus, ohne dass sich die Aussage geändert hätte. „Alte Schilder sind bei uns fast nicht mehr vorhanden”, sagt Alexander Knecht vom Dürener Tiefbauamt. Aber es gibt sie noch, und so selten sind sie auch nicht.

Beim Tiefbauamt hat man sich in den letzten Jahren darauf konzentriert, Schilder eher abzubauen, als auszutauschen. Knecht: „Unser Ziel war es, Schilder in Gänze zu reduzieren. Wir wollen so wenig Schilder wie möglich. Dazu wurde eine Kommission gebildet, die alle Straßen abgegangen ist.” Übersehen hat man in den Kommunen dabei allerdings, dass die alten Schilder seit dem Herbst 2009 nicht mehr gültig sind.

Zum Beispiel auch die alten Halteverbotszeichen. Waren die Pfeile früher aus den Schildern kurz und dick, sind sie in der modernen Variante lang und dünn. Keine große Änderung also, aber die Folgen könnten zumindest für Autofahrer, die im Halteverbot ein „Knöllchen” kassiert haben, interessant sein: Ist das Schild selbst ungültig, könnte das eben auch für die Verwarnung gelten.

Wie viele dieser alten Verkehrszeichen auf dem Dürener Stadtgebiet noch aufgestellt sind, weiß man weder im Tiefbauamt, noch beim Dürener Service-Betrieb, der für den Austausch der Schilder zuständig ist. Alle alten Schilder zu beseitigen, dürfte allerdings auch eine Kostenlawine mit sich ziehen.

Aufwändigere Verkehrszeichen können auch schon mal bis zu 400 Euro kosten, verrät Wilbert Braun vom DSB. Und mit dem Schild allein ist es auch nicht immer getan: Abhängig davon, ob nur das Schild gewechselt werden muss oder zum Beispiel noch ein Pfosten aufzustellen ist. Und der Etat bei der Stadt Düren für die Neuanschaffung von Verkehrsschildern ist begrenzt.

Alternativen haben die Kommunen allerdings nicht. Die Straßenverkehrsordnung ist da eindeutig: Schilder in der Ausführung vor 1992 sind ungültig, eine Übergangsfrist über September 2009 hinaus gibt es nicht. Auch die Polizei hat sich mit dieser Problematik schon befasst. Dort ging man allerdings davon aus, dass die alten Verkehrszeichen größtenteils schon ausgetauscht sind.

Natürlich wird sich die Polizei strikt an die Straßenverkehrsordnung halten, wie Ralf Meurer von der Polizei Düren erläutert - mit einer Ergänzung: „Wenn die Botschaft eines Verkehrszeichens klar ist, verfahren wir so, dass sich die Verkehrsteilnehmer danach richten müssen. Der Rechtsweg steht Betroffenen dann natürlich frei.” Ein Freifahrtschein, sich ins Halteverbot zu stellen, ist das also nicht. Entsprechende Hinweise aufStandorte der alten Verkehrszeichen nimmt die Polizei übrigens entgegen. Meurer: „Wir reichen das an die Kommunen weiter.”
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