Viele Besucher beim „Tag der offenen Moschee“

Von: Sandra Kinkel
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So sieht der große Gebetsraum für die Männer in der Moschee aus. Der Teppich mit den roten Streifen ist eine Spezialanfertigung. Viele Menschen informierten sich am Freitag über das Leben in der Moschee. Foto: Kinkel
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Atila Balikci ist seit Februar Vorsitzender der Ditib-Moschee an der Veldener Straße in Düren.

Düren. „Transparenz ist mir sehr wichtig. Und wir brauchen im Augenblick auch diese Transparenz ganz dringend, damit die Menschen sehen können, was wir hier machen.“ Atila Balikci ist 38 Jahre alt und seit Februar Vorsitzender des Vereins „Ditib – türkisch-islamische Gemeinde zu Düren“.

Es vergehe kein Tag, so Balikci, an dem er nicht auf die schrecklichen Taten der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ angesprochen werde. Auch beim Tag der offenen Moschee am Freitag, an dem sich auch die Fatih-Moschee an der Veldener Straße in Düren beteiligte, war der IS-Terror Thema. „Natürlich“, sagt Atila Balikci, „kann ich die Menschen verstehen, wenn sie mich auf dieses Thema ansprechen. Aber manchmal nervt es auch ein bisschen.“

Gerade in Düren, so der 38-Jährige, würde ein friedliches Miteinander von den Religionen gelebt. „Dieser grausame Terror macht es für uns schwieriger, weil wir wieder anfangen müssen, Dinge zu erklären, die eigentlich klar sind. Unser Verein distanziert sich ganz deutlich von Terror und Extremismus jedweder Art.“

Viele Menschen sind am Freitag zum Tag der offenen Moschee in die Veldener Straße gekommen. Es werden Führungen angeboten, Atila Balikci, aber auch andere Vereinsmitglieder und der Imam, Musa Sayagili, beantworten bereitwillig alle Fragen. „Ich finde das sehr bewundernswert“, sagt Hannelore Froitzheim (67), die zum ersten Mal in ihrem Leben ein islamisches Gotteshaus betreten hat, „wie offen und geduldig hier wirklich jede Frage beantwortet wird.“ Es sei nicht nur sehr interessant, so die pensionierte Lehrerin, sondern auch beruhigend. „Ich habe das Gefühl, dass das hier eine sehr liberale und offene Gemeinde ist.“

Seit einigen Wochen ist der Dürener Moschee-Verein auch bei Facebook mit einer eigenen Seite vertreten. Atila Balikci: „Wir kündigen hier nicht nur unsere eigenen Vereinsangelegenheiten an, ich versuche auch jede Woche das Thema unserer Freitagspredigt hier zu posten. Jeder kann wissen, was unser Imam hier bei uns predigt.“ Besonders wichtig ist Atila Balikci und seinem Team die Jugendarbeit. „Es muss uns gelingen“, sagt Balikci, „dass unsere Jugendliche alle einen guten Schulabschluss machen und einen Beruf erlernen. Dann haben nämlich auch Terrorgruppen wie die IS keine Chance, sie zu rekrutieren. Davon bin ich fest überzeugt.“ Deswegen gibt es im Ditib-Verein in Düren eine große Jugendgruppe. „Wir versuchen, den jungen Leuten Verantwortung zu übertragen. Das macht sie selbstbewusster.“

Neue Moschee

Immer wieder wurde Atila Balikci am Freitag auch gefragt, wie weit die Pläne für den geplanten Neubau der Dürener Moschee sind. „Es ist sehr schwer“, so der Vereinschef. „Die Genehmigungsverfahren laufen noch, und so eine Moschee ist ja auch sehr teuer. Und wir müssen die komplett mit eigenen Mitteln, also Spenden, finanzieren.“ Trotzdem hat Atila Balikci die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. „Vielleicht gibt es ja in zehn, 15 Jahren in Düren eine neue, große Moschee.“

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