Düren - Viel mehr als ein Ersatz für den Lebensmittelladen

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Viel mehr als ein Ersatz für den Lebensmittelladen

Von: Dietmar Engels
Letzte Aktualisierung:
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Gähnende Leere herrscht jetzt im einzigen Lebensmittelladen im Dürener Grüngürtel. Das könnte sich mit der Einrichtung eines „DORV”-Zentrums wieder ändern. Die Bewohner des Viertels können und sollen bei der Planung mitwirken. Foto: Dietmar Engels

Düren. Seit ein paar Tagen gibt es im Dürener Grüngürtel keine Lebensmittel mehr zu kaufen. Der einzige Frischemarkt ist geschlossen worden und wird derzeit ausgeräumt. Bei dieser offensichtlichen Unterversorgung muss es nach Ansicht der Verantwortlichen der im Grüngürtel ansässigen Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft nicht bleiben.

Dort denkt man über die Einrichtung eines „DORV”-Zentrums nach dem Vorbild von Jülich-Barmen nach.

Hinter der Abkürzung verbirgt sich der etwas sperrige Begriff „Dienstleistung und Ortsnahe Rundum-Versorgung”. Bei diesem Konzept geht es darum, einen Ersatz für aufgegebene Läden in einem Dorf oder einem Stadtteil zu machen und dort zusätzliche Angebote zu machen, die ohnehin gefehlt haben. Im Jülicher Ortsteil Barmen klappt das ganz gut. Dort gibt es einen „Tante-Emma-Laden”, in dem das Meiste für den täglichen Bedarf erhältlich ist, aber auch Dienstleistungen angeboten werden und Möglichkeiten zur Kommunikation untereinander bestehen. Das Konzept hat bereits nicht nur bundes- sondern auch europaweit für Aufsehen gesorgt. Das Modell ist flexibel und kann an die Gegebenheiten „vor Ort” angepasst werden.

Das „DORV”-Zentrum kann kommerziell (von einem Einzelhändler) oder auch von einer gemeinnützigen Gesellschaft betrieben geführt werden. Als dritte Möglichkeit kommt ein Trägerverein mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in Frage.

Der Dürener Grüngürtel mit seinen weit über 4000 Einwohnern könnte groß genug sein, um die kommerzielle Lösung zu ermöglichen - vorausgesetzt, das Projekt wird von genügend Bürgerinnen und Bürgern unterstützt. „Es müssen hier halt genügend Menschen einen Teil ihrer Einkäufe erledigen und die angebotenen Dienstleistungen in Anspruch nehmen”, sagte Heinz Frey bei der Vorstellung des „DORV”-Prinzips am Dienstagabend im vollbesetzten Saal des Thomas-Morus-Hauses. Frey ist von Beruf Geschichtslehrer und hat zusammen mit anderen Dorfbewohnern das Projekt in Barmen verwirklicht.

Nach Informationen der „DN” gibt es einen ernsthaften privaten Interessenten für den Betrieb eines „DORV”-Zentrums im Grüngürtel. Er wünscht klare Aussagen darüber, ob sich die Sache für ihn rechnen könnte. Mit einem relativ kleinen Lebensmittelgeschäft allein kommt heutzutage kaum noch ein Einzelhändler über die Runden. Das hängt mit dem gandenlosen „Preiskrieg” in der Lebensmittelbranche zusammen.

Wobei es sich bei den zusätzlichen, den Umsatz steigernden Angebote handeln könnte, das wird aber nächsten Woche bei einer Befragung möglichst vieler Bewohner des Grüngürtels ermittelt. Die Vorschläge könnten von der Einrichtung einer Reinigungsannahmestelle über einen Lieferservice bis hin zu einem Senioren-Handwerkerdienst reichen. Fest steht bislang nur, dass den bestehenden Geschäftgen im Grüngürtel keine Konkurrenz gemacht werden soll. So wird etwa der Kiosk neben dem bisherigen Einkaufsmarkt von vorneherein als „Bestand” in die Planungen mit einbezogen.

Das Warenangebot im Laden des „DORV”-Zentrums soll strikt auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt werden. Die Preisewerden sich irgendwo zwischen Discounter und Fachgeschäft bewegen - wobei streng auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis geachtet werden soll.
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