Düren - Viel Kritik beim öffentlichen Bürgergespräch

Viel Kritik beim öffentlichen Bürgergespräch

Von: amw
Letzte Aktualisierung:
Hans Hoorn (links) aus Maastri
Hans Hoorn (links) aus Maastricht erläuterte seine Ideen einer idealen Stadt. Professor Wolfgang Meisenheimer leitete fachkundig durch das erste Bürgergespräch zur Stadtentwicklung in Foto: Anna Maria Wagner

Düren. Wenn eine Stadt kein Geld hat, wie Düren seit langem, gibt es zwei Möglichkeiten, wie sie damit umgeht: Entweder verfällt sie in Tatenlosigkeit und Lähmung oder sie wird kreativ und findet außergewöhnliche Wege aus der Stagnation.

Dieser Problematik sehen sich Künstler wie Theater schon seit Jahren gegenüber. Sie finden bisher immer wieder kreative Lösungen, um mit noch weniger Geld zu überleben. Die Spitze der Stadt Düren hingegen sei ideenlos, kritisieren manche Bürger.

Wut im Bauch

Mit viel Wut im Bauch, aber mit mindestens eben so viel Enthusiasmus trafen sich am Freitagabend etwa 100 Dürenerinnen und Dürener zum ersten „öffentlichen Bürgergespräch” im Stadtmuseum, um neue Kreativität in die Stadtentwicklung zu bringen. Eingeladen hatte das überparteiliche Team „Stadtentwicklung” mit seinem führenden Kopf Professor Wolfgang Meisenheimer, freier Architekt in Düren. Dieser führte durch die anregende Stunde. Das Ziel der geplanten Reihe „Eine Stunde Stadtentwicklung: Düren, wie es sein könnte” ist es, Fragen und Vorstellungen aufzuwerfen, welchen Weg die Stadtentwicklung in Düren nehmen könnte.

Denn, darüber könne man nicht streiten, Düren sei „überproportional unschön”, so der Tenor im Stadtgespräch. Oder, um es mit den Worten eines interessierten Bürgers zu sagen: „Potthässlich!”. Dies soll sich nun ändern.

Kluge Hilfe

Um aber nicht nur ins Leere zu diskutieren, wie im heimischen Kämmerlein unter Freunden, hatte Professor Meisenheimer kluge Hilfe nach Düren eingeladen: Hans Hoorn, Stadtentwickler aus Maastricht und Berater vieler anderer Städte in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Belgien, versuchte innerhalb von 30 Minuten seine Vorstellung von „schöner Stadtentwicklung” und Möglichkeiten einer konkreten Umsetzung darzustellen. Er sprach von einer „Zauberformel für eine ideale Stadt”, eine Art Masterplan, um eine Stadt attraktiver zu machen.

Dreh- und Angelpunkt seien dabei ein engagierter Bürgermeister und ein etablierter und gut ausgebildeter Stadtentwicklungsplaner an der Spitze. Beides fehlt nach Einschätzung der Teilnehmer in Düren, denn schnell wurde die Frage laut, ob gute Stadtentwicklung auch gegen die Einstellung der Verwaltungsspitze, nur durch Bürgerengagement, gemacht werden könne. Paul Larue war, obwohl eingeladen, nicht zum Bürgergespräch gekommen.

Große Hoffnung setzt man jedoch in die Wahl des neuen Baudezernenten am 7. Dezember. Der Wechsel wurde als Chance für einen Neuanfang empfunden. Es werde sich zeigen, ob der neue Kopf im Stadtentwicklungsamt beim nächsten Bürgergespräch tatsächlich das gewünschte Interesse an einer aktiven Kommunikation mit den Dürener Bürgern an den Tag lege.

Professor Meisenheimer hofft, „dass dieses erste Bürgergespräch der Anfang einer Reihe solcher Gespräche ist”. Darin sollen Lösungsansätze entwickelt werden, die Mitte nächsten Jahres dem Bürgermeister vorgetragen werden sollen. Der nächste Termin ist für Ende Januar anberaumt. Der genaue Tag wird noch bekannt gegeben. Referent ist Dr. Roland Günter, der Ideen aus der Stadtentwicklung in Oberhausen im Gepäck haben wird.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert