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Viel Applaus für das Musical mit dem ernsten Thema

Von: Sandra Kinkel
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Den großen Beifall haben sich die jungen Akteure des „I have a dream”-Ensembles redlich verdient. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Es ist mucksmäuschenstill. Im voll besetzten Haus der Stadt in Düren könnte man die berühmte Stecknadel fallen hören. Die vielen Kinder, aber auch die Eltern, Großeltern und Lehrer, die zur Aufführung des Musicals „I have a dream” gekommen sind, werden gerade Zeuge, wie das Sklavenmädchen Alina (Pia Schmitt und Ellen Bub), das mit Hilfe eine Computerspiels in unsere Zeit gelangt ist, Opfer übelster Drangsalierungen und Beschimpfungen durch Neonazis wird.

Die Sprache ist deutlich, vielleicht überdeutlich, auf jeden Fall aber realistisch.

Die Situation von Akina und ihren Freunden Luisa (Tamara Böhr und Caroline Kania), Jessy (Alyssa Dreßen und Betül Tozlu), Kim (Kesana Wimalan und Katharina Robben) und Markus (Daniel Wollziefer und Tim Heister) ist brenzlig, vor allem ist sie aber enorm beklemmend und erschreckend, das bringen die jugendlichen Schauspieler auf sehr eindringliche und bemerkenswerte Art und Weise zum Ausdruck.

Das hat die jungen Schauspieler erschreckt

„I have a dream” ist ein Musical von Kindern für Kinder, das die Mitglieder der Musical-AG der Musikschule Düren in den letzten anderthalb Jahren einstudiert haben. Das Thema Fremdenfeindlichkeit haben sie selbst gewählt, weil vor anderthalb Jahren in Düren eine große Demonstration Rechtsradikaler geplant war, das hat die jungen Schauspieler erschreckt.

Und weil einige der Kinder mit Migrationshintergrund, die bei der Musical-AG mitmachen schon selbst wegen ihrer Herkunft und Hautfarbe Schwierigkeiten hatten.

Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Konny Hanrath-Elsen haben sie die Geschichte des Sklavenmädchen Akinas entwickelt, Ina Hagenau, ebenfalls Dozentin an der Musikschule und selbst begnadete Sängerin, hat die manchmal fetzige, manchmal traurige, immer jedoch sehr jugendgerechte Musik mit Elementen aus Rock, Pop, Hip Hop sowie Rap geschrieben und Wolfgang Tombeux hat mit den rund 75 Akteuren auf der Bühne an deren schauspielerischen Fähigkeiten gearbeitet.

Musikalisch begleitet wurden die Hauptdarsteller, Chorsänger und Tänzer von der Musikschul-eigenen Rockband „Ozonloch” mit Moritz Giehlen, Max Simon, Frederik Werth (alle Gitarre), Christina Buller (Bass) und Arne Bergsch (Drums).

Für die Einstudierung der Chöre waren Ina Hagenau und Lothar von Hoegen verantwortlich, die flotten Tänze hatte Gisela Neumann-Wibbeke mit den talentierten Kindern geprobt.

Und auch das Bühnenbild von Ute Vogt passte ausgezeichnet zu der Geschichte von „I have a dream”.

Alle, die an der (fast schon) professionellen Musical-Produktion mit viel Technik und tollen Lichteffekten beteiligt gewesen sind, boten eine tolle Leistung - gesanglich und schauspielerisch, das wichtige Thema wurde mit der nötigen Ernsthaftigkeit auf die Bühne gebracht und trotzdem so, dass manchmal Platz zum Lachen war.

Sehr beeindruckend war aber auch, wie es den Kindern und Jugendlichen ganz ohne Dirigent gelungen ist, die rund 75minütige Aufführung rein logistisch zu meistern, sämtliche Einsätze zu finden und eine sowohl schauspielerisch wie musikalisch ganz hervorragende Leistung zu präsentieren.

Kein Wunder, dass es am Schluss der Premiere im Haus der Stadt nicht mehr mucksmäuschenstill war: Dann nämlich gab es jede Menge wohl verdienten Applaus.
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