Vettweiß - Vettweiß: Eine Schule ohne Zukunft?

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Vettweiß: Eine Schule ohne Zukunft?

Von: bugi
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Vettweiß. So deutlich haben es die Kommunalpolitiker vermutlich gar nicht hören wollen: Nicht nur die Hauptschule hat auf Dauer in Vettweiß keine Überlebenschance - sämtliche weiterführende Schulen werden am Standort Vettweiß nicht realisierbar sein.

Die Ergebnisse des Schulentwicklungsplanes, die am Montag im Schulausschuss der Gemeinde von Rüdiger Schütz von der Projektgruppe Bildung und Region präsentiert wurden, sind ernüchternd.

„Nur in Kooperation mit der Gemeinde Kreuzau”, so Schütz, könne man noch eine weiterführende Schule langfristig erhalten. Und das könne auch nur eine Gemeinschaftsschule sein.

Geschuldet ist die Erkenntnis den Anmeldezahlen - und der künftigen Entwicklung. Elf Hauptschüler für Vettweiß, elf für Nörvenich und nur sechs in Kreuzau.

Die Prognose für die kommenden Jahre sieht nicht viel besser aus. Bei acht Hauptschülern in der Eingangsklasse könnte man im Jahr 2015 landen. Nur noch 13 Prozent aller Vettweißer Schüler werden derzeit zur Hauptschule angemeldet, es waren mal 28 Prozent. Auch die Überlegung, aus den beiden Hauptschulen in Vettweiß und Nörvenich eine Gemeinschaftsschule zu machen, sieht Schütz kritisch: Die Eltern würden das als Umetikettierung des Schultyps verstehen. Dringend benötigte zusätzliche Schüler würde das nicht anlocken. Schütz: „Für eine Gemeinschaftsschule vor Ort müssten 50 Prozent der Auspendler gebunden werden und zusätzlich 20 Kinder aus Kreuzau und Nörvenich gewonnen werden.”

Daran glaubt selbst in Vettweiß kaum einer. Bliebe die Kooperation mit Kreuzau, weil auch dort Schüler für eine eigene Gemeinschaftsschule fehlen. Das würde allerdings das Aus für den Schulstandort Vettweiß bedeuten.

Und von einer Gemeinschaftsschule ist man selbst in Kreuzau noch nicht wirklich restlos überzeugt. Walter Stolz, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters: „Wir müssen uns doch die Frage stellen, ob so eine Schule auch in zehn Jahren noch existenzfähig ist.”

In Vettweiß lautet die Frage anders: Was kann man überhaupt noch machen, um ein weiterführendes Schulangebot am eigenen Standort zu offerieren? Nichts, wie es der Schulentwicklungsplan suggeriert? „Wir wollen nach wie vor versuchen, unsere Hauptschule zu erhalten und sie für Kinder aus anderen Kommunen öffnen”, so Schulausschussvorsitzender Dr. Hans Rainer Wollseifen. „Schülerströme können wir organisieren”, hatte schon in der Sitzung Bürgermeister Josef Kranz gesagt, der mit den Bürgermeistern der Nachbarkommunen Gespräche aufnehmen will.

Einer der Nachbarn ist da pessimistisch: „Ich bezweifle, dass wir mit zwei mal elf Kindern eine Eingangsklasse zusammen bekommen. Die Eltern suchen sich dann etwas anderes”, glaubt Nörvenichs Bürgermeister Hans Jürgen Schüller. Für ihn ist wichtig, dass für alle Kinder eine vernünftige Beschulung angeboten wird. Schüller: „Ich habe keine Berührungsängste zur Gemeinschaftsschule. Und wenn ein weiterführendes Angebot direkt vor der Haustür ist, habe ich auch damit kein Problem. Prestigedenken bringt uns nicht weiter.”
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