Verurteilter Kinderschänder darf nicht mehr als Logopäde arbeiten

Von: ddp
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Leipzig/Düren. Das Bundesverwaltungsgericht hat die von einer Kommune entzogene Berufserlaubnis gegen einen wegen sexuellen Missbrauchs verurteilten Logopäden bestätigt.

Der Mann weise nicht mehr die für die Berufsausübung notwendige Zuverlässigkeit auf, urteilte das Gericht am Mittwoch in Leipzig. Deshalb könne man dem Logopäden auch nicht gestatten, bestimmte Patientengruppen weiterhin zu betreuen. Mit ihrer Entscheidung hoben die Bundesverwaltungsrichter ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalens auf, das dem Mann die Möglichkeit eingeräumt hatte, männliche Patienten zu behandeln. Der Kreis Düren hatte dem Mann zuvor die Berufserlaubnis entzogen.

Der Logopäde habe durch den sexuellen Missbrauch eines fünfjährigen Mädchens in seiner Praxis gegen elementare Berufspflichten verstoßen, erklärten die Leipziger Richter. Doch nicht nur diese Tat, sondern auch ein psychiatrisches Gutachten, in dem ihm eine Rückfallgefahr bescheinigt worden war, rechtfertige den Widerruf der Berufserlaubnis.

Dass von ihm möglicherweise für männliche Patienten keine oder nur eine geringere Gefahr ausgehe, könne daran nichts ändern. Die zur Ausübung des Berufs erforderliche Zuverlässigkeit erfordere es, dass der Logopäde seine Berufspflichten gegenüber allen Patienten beachte. Bestehe jedoch die Gefahr, dass wesentliche Berufspflichten auch nur einem Teil der Patienten gegenüber nicht zuverlässig erfüllt werden, sei der Widerruf der Berufserlaubnis kein unverhältnismäßiger Eingriff in die vom Grundgesetz garantierte Berufsfreiheit.

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