Düren - „Vertreibung ein schlimmes Unrecht”

„Vertreibung ein schlimmes Unrecht”

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Der BdV-Kreisvorsitzende Manfred Barsuhn. Foto: Andreas Bongartz

Düren. „Durch Wahrheit zum Miteinander” - unter diesem Motto stand der diesjährige „Tag der Heimat”, zu dem der Bund der Vertriebenen (BdV) am Samstag ins Dürener Rathaus eingeladen hatte.

In einer Feierstunde wurde dort der 15 Millionen Deutschen gedacht, die während des Zweiten Weltkrieges aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Rund 2,5 Millionen Menschen fanden dabei den Tod.

„Die Bundesrepublik Deutschland wäre ohne die Heimatvertriebenen längst nicht das, was sie heute ist, sagte der BdV-Kreisvorsitzende Manfred Barsuhn. „Jeder vierte Deutsche ist heute ein Heimatvertriebener oder hat Heimatvertriebene unter seinen Vorfahren.”

Auch für Düren hätten die vertriebenen Deutschen eine besondere Bedeutung, meinte Bürgermeister Paul Larue: „Sie gehören in die Mitte unserer Stadt, weil sie die zerstörte Stadt wieder mit aufgebaut haben.”

Versöhnung und Verständigung

Aber nicht nur der vertriebenen Deutschen, sondern aller Opfer von Gewaltherrschaft gedachte man im Rathaus. „Unsere Botschaft muss klar sein: Vertreibung, wo immer sie stattfindet, ist und bleibt ein Menschen verachtendes Unrecht”, so Manfred Barsuhn.

Die Konsequenz aus der Vergangenheit könne nur in der Versöhnung und Verständigung der Völker liegen, wie im Rathaus immer wieder betont wurde. So sprachen neben Larue und Barsuhn des Weiteren der BdV-Ehrenvorsitzende Karl-Heinz Weschke, der Münsteraner Domkapitular Dr. Lothar Schlegel sowie der ehemalige Königsberger Pfarrer, Joachim Plattenteich, zu den Anwesenden.

„Tragen wir täglich zur geschichtlichen Wahrheit und damit zur Verständigung der Völker bei, nur in einem geeinten Europa können wir unsere Freiheit und den Frieden aller gemeinsam sichern”, forderte Manfred Barsuhn im Rathaus. Der BdV-Kreisvorsitzende distanzierte sich darüber hinaus von Revanchisten und Rechtsextremisten.

Kein Wort zu Steinbach

Und doch, ein fader Nachgeschmack bleibt: So wurde von keinem der Redner Bezug auf die wenige Tage zuvor gemachten Äußerungen der BdV-Vorsitzenden Erika Steinbach genommen. Diese hatte im Rahmen einer CDU-Fraktionsklausur gesagt, sie könne es „leider nicht ändern, dass Polen bereits im März 1939 mobil gemacht hat” und damit einen Eklat ausgelöst.

Mahnende Worte

Lediglich Bürgermeister Paul Larue fand in seiner kurzen Ansprache in der Versammlung eindeutige Worte: „Die bittere Wahrheit über den Zweiten Weltkrieg ist, dass er verbrecherisch von Deutschland über die Welt gebracht wurde.” Durch Wahrheit zum Miteinander - das bedeute nicht nur die Wahrheit der Vertriebenen, sondern auch diese andere Wahrheit zu sehen und zu respektieren.
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