Verteidigungsminister de Maizière beim Neujahrsempfang in Düren

Von: Ingo Latotzki
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Verteidigungsminister Thomas de Maizière hielt beim Neujahrsempfang der Dürener Kreis-CDU auf Schloss Burgau eine nachdenkliche Rede. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Wenn ein Bundesminister nach Düren kommt, gibt es – natürlich – ein angemessenes hochrangiges Begrüßungskomitee. Also stehen am Donnerstagabend CDU-Kreischef Thomas Rachel und Bürgermeister Paul Larue, beide mit Gattinnen, am Eingang des Winkelsaales von Schloss Burgau und warten.

Thomas de Maizière kommt von einer Veranstaltung aus Mönchengladbach, Organsationsleute sind per Funk verbunden und wissen jederzeit, wo sich der Verteidigungsminister gerade befindet. Er kommt, heißt es plötzlich. Die Ehepaare Rachel und Larue treten aufs Pflaster des Schlosshofes und warten, bis de Maizière aus seiner Dienstlimousine steigt. Freundliche Begrüßung, ein wenig Small Talk, dann geht es auch schon los. Als der Minister den Saal betritt, nehmen die Herren die Damen in die Mitte und schreiten zur Bühne.

Applaus. So ist es oft, wenn die Dürener Kreis-CDU zum Neujahrsempfang auf Schloss Burgau lädt. Mittlerweile ist es Tradition, dass bekannte Politiker als Gastredner eingeladen werden. Bildungsministerin Annette Schavan war in Düren, Bundestagspräsident Norbert Lammert, der ehemalige Umweltminister Klaus Töpfer, der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff. Und nun de Maizière.

Bevor er eine nachdenkliche Rede halten wird, spricht Thomas Rachel, der nicht nur Kreis CDU-Vorsitzender ist, sondern auch Staatssekretär im Forschungsministerium. Rachel lobt erst einmal den Minister, indem er hervorhebt, wie „gut es für die Region ist, dass der Fliegerhorst Nörvenich erhalten blieb“. Im Zuge der Bundeswehrreform „stand er auf der Kippe“, sagt später der Verteidigungsminister, „sicherheitspolitische Analysen“ hätten aber ergeben, dass es sinnvoll sei, Nörvenich zu erhalten.

Thomas de Maizière spricht dann vor mehr als 400 geladenen Gästen über die Rolle von Politikern in einer globalen Welt. Er spricht über die Gefahren von sozialen Netzwerken, aber auch über Chancen, die das Internet bieten könne. Man hört durchaus zwischen den Zeilen, dass er zumindest nicht abgeneigt ist, auch noch auf ganz normalen Briefbögen zu schreiben und insofern wird es gut gepasst haben, dass de Maizière später von Bürgermeister Paul Larue aus Düren stammendes Papier geschenkt bekam.

In einer an diesem Abend gut ankommenden Offenheit spricht der Minister bei Brezeln und Kaltgetränken an, dass sich die Kaste der Politiker nicht überschätzen dürfe und dass heute vor allem eines wichtig sei: Vertrauen. Wem, so fragt de Maizière, trauen die Menschen am ehesten zu, die Probleme zu lösen. Danach würde gewählt. Bürgermeister Larue erinnerte wie schon beim Neujahrsempfang der Stadt am Mittwoch daran, wie wichtig es sei, in Frieden zu leben.

Er müsse in seinem Haus in Niederau nur ein wenig Fluglärm wegen des Nörvenicher Jagdbombergeschwaders erdulden, mehr nicht. Kein Vergleich etwa zu den Soldaten, die in Afghanistan ihren Dienst versehen, wie etwa Volker Weiler, Dürener CDU-Stadtrat, der erst kürzlich aus Afghanistan zurückgekehrt sei. Danach trägt sich de Maizière ins Goldene Buch der Stadt Düren ein. Er macht das mit einer schlichten Unterschrift unter einen vorgefertigten Text, aus dem hervorgeht, dass er am 10. Januar 2013 auf Schloss Burgau war. Dann ist die Veranstaltung zu Ende. Der Minister entschwindet wie er gekommen ist: schnell und diskret in die Dunkelheit.

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