Verlegung der Autobahn 4: Die ersten Meter sind asphaltiert

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:
Blick von der Brücke bei Merz
Blick von der Brücke bei Merzenich Richtung Buir auf die neue Trasse
Autobahn 4. Eine Fahrspur ist schon Foto: Ottmar Hansen

Düren/Buir. Anschnallen, und los gehts! Werner Engels wirft den Motor an, und das Flugzeug erhebt sich in die Luft. Tief unten auf der Erde kommt die Fahrbahn der verlegten Autobahn 4 bei Arnoldsweiler in den Blick.

Pkw und Lkw rollen über den neuen Asphalt. Die Maschine folgt dem Straßenverlauf bis zur neuen Anschlussstelle Elsdorf. Von dort ist es nicht mehr weit bis Kerpen, wo der neue Straßenverlauf der A4 endet und wieder auf die alte Strecke mündet.

Hier ist der Rundflug zu Ende, schade eigentlich, dass er gar nicht in Realität stattgefunden hat. Sondern nur auf dem Computerbildschirm. Werner Engels, Projektleiter für die Verlegung der A4 zwischen Düren und Kerpen, kann Interessierten inzwischen eine Flugsimulation in 3D zu seinem Thema anbieten. Zuletzt führte Engels seinen „Film” vor dem Bauausschuss in Niederzier vor. Nicht nur die Politiker waren angetan, auch die zahlreichen Zuhörer aus Ellen im Saal.

Vielleicht auch deshalb, weil bei diesem Vortrag erstmals deutlich wurde, dass der Ortsteil im Bereich zwischen Kreisstraße 2 und Landstraße 264 besser vor Lärm von der Autobahn geschützt werden soll, als ursprünglich geplant. Vorgesehen war eine 4,50 Meter hohe Wand, die allerdings nicht völlig bis zur K2 gereicht hätte. Jetzt soll die Lücke durch einen gleich hohen Wall geschlossen werden. Engels: „Die Gemeinde hat die Flächen besorgt, wir errichten den Wall darauf.” Der Lärmschutzwall für Arnoldsweiler wird derzeit ebenfalls gebaut.

Die Autobahn 4 muss dem fortschreitenden Braunkohlentagebau weichen, sie wird nach Süden an die Trasse der Bundesbahn heran gerückt. Über weite Strecken parallel wird auch die Hambachbahn verlaufen. Auch ihre Gleise werden verlegt. Ein Mammutprojekt, das samt etlicher Brücken und Kreisverkehre insgesamt rund 150 Millionen Euro kostet und im Spätsommer 2014 abgeschlossen sein soll. „Wir liegen voll im Zeitplan”, versichert Engels. Trotz des harten Winters. Gebaut wird praktisch auf der ganzen Länge gleichzeitig. Während bei Buir eine Brücke erneuert werden muss, ist schweres Gerät dabei, die neue Autobahnauf- und abfahrt bei Merzenich anzulegen.

„Die Arbeiten am Anschluss Merzenich werden kommendes Jahr fertig sein”, erklärt der Projektleiter. Die ersten Meter der Autobahn sind, nur ein kleines Stück weiter im Feld, bereits asphaltiert. Wer die L 257 nach Morschenich befährt, überquert unterwegs die neue Tasse der Hambachbahn, die sich tief in die Erde schneidet.

Auch Tierschützer dürften die neue Visualisierung des Autobahnprojekts mit Interesse verfolgt haben. So wird beim „Überflug” deutlich, dass an manchen Stellen in der Mitte der Autobahn hohe Säulenhainbuchen gepflanzt werden. Grund ist der Schutz der Fledermäuse.

Befürchtet wurde im Vorfeld, dass die Tiere die Lärmschutzmauer überwinden, um dann auf ihre gewohnte Flughöhe von zwei Metern abzufallen. Was zu Kollisionen mit Lkw auf der Autobahn führen könnte. Durch die Hainbuchen in der Mitte der Fahrbahn werden sie gezwungen, höher zu fliegen. Für die Gelbbauchunken werden bei Kerpen eigens Kiesgruben zum Laichen angelegt.

Und was passiert mit der alten A4 zwischen Düren und Kerpen? Auf Streckenteilen, die nicht weg gebaggert werden, wird man nach 2014 spazieren gehen können. Engels: „Die ehemalige Trasse wird ab Ellebachbrücke bepflanzt.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert