Düren - Vereine gegen Missbrauch: Trainer nur mit Führungszeugnis?

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Vereine gegen Missbrauch: Trainer nur mit Führungszeugnis?

Von: oha
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DTV-Chef Dr. Werner Rixen will das Thema ansprechen.

Düren. Der Fußballverband Mittelrhein (FVM) weitet seine Aktivitäten gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen aus. Unter dem Motto „Kinderschutz in Sportvereinen” sollen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Fußballvereinen für das Thema sensibilisiert werden. Auch im Fußballkreis Düren.

„Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass es auch im Sport und in unseren Vereinen zu Übergriffen kommen kann und kommt. Wir haben die Aufgabe, unsere Kinder und Jugendlichen davor zu schützen”, sagt FVM-Jugendbildungsreferent Oliver Zeppenfeld. Der Fußballverband hat bereits eine Anlaufstelle eingerichtet, die Betroffene telefonisch oder per Mail kontaktieren können. Unter der Internetadresse http://www.fvm.de finden Kinder und Jugendliche sowie ihre Eltern Informationen zum Thema.

Zeppenfeld rät den Fußballvereinen, von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit Minderjährigen arbeiten, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis zu verlangen. Darin ist registriert, ob eine Person bereits einmal pädosexuell auffällig geworden ist. Der FVM und seine Kreise sollen dabei mit gutem Beispiel voran gehen. Alle hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch Jugendleiter, die Fahrten oder Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen organisieren, sollten ein aktuelles Führungszeugnis vorlegen.

„Bei uns ist die Aktion fast abgeschlossen”, berichtet Manfred Schultze, Vorsitzender des Fußballkreises Düren. Bis zum Monatsende sollten alle 52 Mitarbeiter des Fußballkreises ein erweitertes Führungszeugnis abgeben. 47 Bescheinigungen lagen bis Donnerstag vor. „Wer kein Führungszeugnis abgibt, wird der Form halber dem Fußballverband gemeldet”, so Schultze. Der Nachweis des erweiterten Führungszeugnisses werde wohl demnächst auch für alle Übungsleiter in den einzelnen Vereinen des Fußballkreises Pflicht werden, vermutet Schultze.

„Wir werden uns diesbezüglich mit den Vereinen zusammen setzen”, so der Kreis-Vorsitzende. Ziel sei natürlich, möglichst früh vor „schwarzen Schafen” unter den Jugendbetreuern gewarnt zu werden. Bislang sei im Bereich des Fußballkreises Düren allerdings noch kein Fall eines sexuellen Übergriffes auf Kinder bekannt geworden. Schultze: „In einem solchen Fall würde ich als Kreisvorsitzender zuerst informiert.”

Jürgen Zantis, Vorsitzender des SV Niederzier, setzt in diesem Zusammenhang auf die Aktivitäten des Fußballkreises. Auch Zantis weiß: „Man meint zwar, man kennt alle Betreuer im Verein. Aber hinter die Fassade eines Menschen kann man leider nicht schauen.” Dr. Werner Rixen, Vorsitzender des mitgliederstärksten Sportvereins in der Region, hat selbst über Jahre die Leichtathletikabteilung des Dürener Turnvereins geleitet. Der sexuelle Missbrauch von Schutzbefohlenen sei bislang kein Thema im DTV gewesen, so Rixen. Angesichts der neuerlichen Debatte in der Öffentlichkeit werde man bei der Konferenz der Abteilungsleiter über notwendige Maßnahmen sprechen.

Sollte in einem Fußballverein ein Fall eines sexuellen Übergriffes auf Kinder oder Jugendliche bekannt werden, werden zunächst der Verbandsgeschäftsführer und der Kreisvorsitzende informiert.

Bei der nächsten Sitzung des Fußballkreises Düren im Sommer soll das heikle Thema unter den Vereinen diskutiert werden.

Wer kein aktuelles erweitertes Führungszeugnis vorlegen kann, wird künftig der Geschäftsstelle des Fußballverbandes Mittelrhein gemeldet.

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