Verein bangt um Flugplatz

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Merzenich. „Der Flieger fliegt und fragt nicht: Wie und was?” sang 1932 Hans Albers in „Flieger, grüß mir die Sonne”. Klaus-Herbert Schmitz, Vorsitzender des Morschenicher Ultra Leicht Aero-Clubs, war zwar nicht wie Albers in seinem Lied zwischen Nordpol und Südpol unterwegs, aber zwischen Nordkap und Marokko.

Und anders als der berühmte Schauspieler stellt er Fragen. Wie soll es mit dem Morschenicher Flugplatz weitergehen, wenn er dem Tagebau zum Opfer fällt? Was bietet RWE Power als Ersatz an? Fragen, auf die der Verein bisher nicht wirklich Antworten erhalten hat.

Das Problem: Der Aero-Club hat sein Gelände nur gepachtet. Entschädigt wird nur die 1700 Quadratmeter große Halle, die der Verein in Eigenleistung 2006 erstellt hat, und in der 26 Fluggeräte vom Vollflieger bis zum Drachen untergestellt sind. „Wir haben im Vertrauen darauf, dass wir Umsiedler sind, gebaut”, sagt Schmitz. Nicht nur die Halle, sondern auch das Recht, den Flugbetrieb durchzuführen, müsse entschädigt werden - und zwar mit einer Ersatzfläche. Die würde man erneut pachten, oder auch kaufen - wenn es denn nur eine geeignete Fläche gäbe.

Bis zum Jahr 2020 läuft die Genehmigung noch. Die ersten Umsiedlungsgrundstücke für die Morschenicher sollen ab 2014 bereit stehen. „Um einen neuen Flugplatz genehmigt zu bekommen, müssen wir uns an 40 Einzelbehörden wenden - vom Verteidigungsministerium bis zur Bezirksregierung. Da benötigt man eine Vorlaufzeit von vier Jahren”, so Schmitz. Gutachten sind fällig, die kosten Geld.

„Aber wer bezahlt das? Von RWE hören wir nichts dazu”, so Schmitz. Nur so weit ist man noch gar nicht. Viel dringender ist das Problem der Ersatzfläche. Nach Süden kann man nicht ausweichen - hinter der Autobahn beginnt die Kontrollzone für den Flugplatz Nörvenich. Bleiben Standorte bei Bedburg, Sindorf, Titz und Aldenhoven. Angeboten bekommen hat man noch keinen.

„Die sagen zwar immer: Wir helfen Ihnen, aber sie tun nichts”, so Schmitz, der auf Unterstützung durch die Gemeinde hofft. Die wird nötig sein, denn RWE hält sich bedeckt. „Wir sind dem Club bei seiner Suche nach einem Platz behilflich, es ist aber noch genügend Zeit vorhanden”, heißt es auf Anfrage lapidar.
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