Verbraucherzentrale wird 2010 häufig aufgesucht

Von: mv
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Einmal zu oft „ja” gesagt? D
Einmal zu oft „ja” gesagt? Das kann als Vertragsabschluss gewertet werden wissen Hildegard Dapper (l.) Martina Wagner (r.) und der stellvertretende Bürgermeister Hubert Cremer. Foto: Margret Vallot

Düren. Sie arbeiten im Herzen der Stadt und immer am Limit: Zwei Beraterinnen der Verbraucherzentrale am Markt, die am Freitag ihren Jahresbericht für 2010 vorlegten. Hildegard Dapper und Martina Wagner haben gut zu tun.

Nicht, weil die Dürener immer dümmer werden und sich über den Tisch ziehen lassen, sondern weil die Betrüger immer raffinierter und frecher werden, wenn es darum geht, ihren Zeitgenossen Verträge aufzuschwatzen, die diese eigentlich gar nicht haben wollen und sich auch nicht leisten können.

11.356 Kontakte aller Art verzeichnete die Verbraucherzentrale 2010. Das sind knapp 200 mehr als im Vorjahr. Darunter sind auch Schulklassen, die vergangenes Jahr beraten wurden, beispielsweise über Fragen, die die Anmeldung von Radios betreffen.

Im persönlichen Gespräch, telefonisch und schriftlich hat die Verbraucherzentrale Menschen geholfen, die bei Abzocke nicht mehr weiterwussten. „Noch immer wissen manche Menschen nicht, dass man Verträge auch ohne Unterschrift abschließen kann”, bedauerte Hildegard Dapper, die Leiterin der Zentrale, in einem Gespräch mit dem stellvertretenden Bürgermeister, Hubert Cremer. Am Telefon werden landauf, landab Menschen ihre Daten und Zusagen entlockt, „indem sie an irgendeiner Stelle des Gesprächs einmal ja gesagt haben”. Die beiden Damen helfen dann den Betuppten, aus den Verträgen wieder rauszukommen.

Dabei ist es keine Schande zuzugeben, dass man über den Tisch gezogen wurde. ”Ein normaler Mensch ist diesen Tricks nicht gewachsen”, erkannte Cremer richtig. Die Verbraucherzentrale fordert von der Politik, gesetzlich zu regeln, dass Verträge nur dann wirksam sind, wenn eine unterschriebene Bestätigung zugeschickt wurde. Im Internet plädieren die Damen für die „Button-Lösung”: Dabei muss die Zustimmung am Computer noch einmal ausdrücklich und zusätzlich via Button erfolgen.

„Renner” in der Verbraucherzentrale waren auch wieder die Kaffeefahrten, wo älteren Menschen total überteuerte Gesundheitsprodukte angedreht werden. Und: Jungen Leuten werden neuerdings massiv Zeitschriften-Abos angeboten, die teuer sind und eine Laufzeit von zwei Jahren haben.

Um die Jugendlichen fit zu machen, gab es in Dürener Schulen Veranstaltungen zum Thema „Umgang mit Geld”. Außerdem ging es in den Schulen um die so genannten sozialen Netzwerke und das Mobbing, das im Netz stattfindet. Über 100 Beratungen gab es zu Fragen, die die Rundfunkgebühren und die GEZ, die diese Gebühr eintreibt, betrafen.

Nächstes großes Thema: Die Stärkung der Energiekompetenz der Dürener. 2010 wurden mit Erfolg für 60 Euro Beratungen zu Hause angeboten. Außerdem wollten Bürger wissen, wie man den Stromanbieter wechselt, und wo es Ökostrom gibt. Lernen, „nein” zu sagen und am Telefon mal die Wut rauszulassen - dazu riet Martina Wagner, der aufgefallen ist, dass erschreckend viele Menschen genau das nicht können.
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