Verbeugung vor Johann Wilhelm Schirmer: Ausstellung in der Kunstakademie

Von: Anneliese Lauscher
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Arno Schlader befasst sich mit Johann Wilhelm Schirmer und seinen Schülern und nennt seine Keramik-Stele „Der Malerfürst”. Foto: Anneliese Lauscher

Heimbach. Schon vorab durfte man am Sonntag hineinschauen in eine außergewöhnliche Ausstellung: Zur Preview hatte die Internationale Kunstakademie Heimbach eingeladen. Hier geht es um „Künstlerdialoge zu Johann Wilhelm Schirmer”.

Die Ausstellung ist Teil des Projektes „Vom Rheinland in die Welt”, das die IKAH gemeinsam mit dem Museum Zitadelle Jülich durchführt. Die Kunstakademie Heimbach präsentiert zeitgenössische Kunst im Kontext zum Werk Schirmers.

„Vom Detail besessen”

„Johann Wilhelm Schirmer war ein genialer Maler und Zeichner, ein hervorragender Beobachter, vom Detail besessen”, erfuhren die ersten Besucher von Professor Dr. Zehnder, dem Direktor der Kunstakademie. Schirmer widmete sich der Landschaftsmalerei, reiste viel und besuchte immer wieder die Eifel. Er habe die Natur einerseits durch präzises Hingucken wahrgenommen, sie andererseits aber auch mit Gefühl gesehen und erlebt, führte Professor Zehnder aus, „hier mischt sich Präzision mit Poesie”.

Die Internationale Kunstakademie Heimbach hat nun Künstlerinnen und Künstler, in der Mehrzahl Dozenten der Akademie, gebeten, sich mit Bildern oder Motiven Schirmers auseinander zu setzen. Otmar Alt, Andreas Bliemel, Jane Dunker, Mehmet Güler, Rolf Jahn, Maf Räderscheidt, Catharina de Rijke, Herb Schiffer, Bernhardine Schippers, Arno Schlader, Heinz Zanger und Brigitta Zeumer haben diese Herausforderung angenommen, und nun bietet sich dem Betrachter eine äußerst interessante Mischung, ein Spiegel der unterschiedlichsten Sichtweisen und Interpretationen.

Die facettenreiche Ausstellung beinhaltet Aquarelle in sanften Farben, Acrylbilder voller Lebendigkeit, Collagen, eine wundervolle Stele, Fotoarbeiten und ein bemerkenswertes Video, das sich „Eifelblick” nennt. Hier hat Bernhardine Schippers vieles zusammengetragen, was die Eifel erfahren hat: Idyllische Landschaften im Kontrast zur knallharten Realität, zu Lärm und Zerstörung, Tourismus und Blechlawinen. Die verschiedenen Ebenen laufen im Film gegeneinander, verwirren und fesseln den Blick.

Catharina de Rijke nähert sich Schirmers Serie „Gerolstein” in der Tradition der niederländischen Landschaftsmalerei. Man kann Schirmers Original aus dem Jahre1844 betrachten, ein Aquarell mit behutsam aufgetragener Farbe, das noch die vorgezeichneten Konturen erkennen lässt und „irgendwie unfertig” wirkt nach der Auffassung eines Besuchers - und die „Übersetzung” der Holländerin in ein farbigeres, freundlicheres Acrylbild, in dem das Licht aus der Mitte strahlt.

Brigitta Zeumer trägt ihre Aquarellfarben in mehreren Schichten auf. Etwas Zartes, Blasses, Geheimnisvolles und Fernes teilt sich mit, eine gewisse Sehnsucht.

Lebhafte Diskussionen

Rege Gespräche entwickelten sich schon bei der Preview und lebhafte Diskussionen. Am Sonntag wird die Ausstellung um 11 Uhr offiziell eröffnet. Sie ist danach montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr für jeden bei freiem Eintritt zugänglich. Sie endet am 31. Oktober.
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