Vater trägt nach Streit mit Sohn eine Kopfverletzung davon

Von: Sandra Kinkel
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Düren. Was genau am 31. Juli 2010 in Langerwehe passiert ist, ist schwer zu sagen. Tatsache ist, dass der 61-jährige Zeuge und Nebenkläger Manfred B. (Name geändert) an diesem Tag eine Schussverletzung am Kopf davon getragen hat.

Tatsache ist auch, dass das Luftgewehr, mit dem der Schuss abgegeben wurde, im Wohnzimmer seines Sohnes Thomas B. (Name ebenfalls geändert) stand. Der behauptet aber, nicht bewusst geschossen zu haben.

Drei Stunden haben Richter Hans-Georg Wingen und die beiden Schöffen am Donnerstag diesen Fall beraten, zum Schluss wurde die Verhandlung vertagt, auch weil Manfred B. sich immer mehr in Widersprüche verstrickte und beim Fortsetzungstermin am Dienstag, 22. März, zunächst ein weiterer Zeuge gehört werden muss.

Manfred und Thomas B. sind seit Jahren zerstritten. Es geht um das Haus in Langerwehe, das früher dem Vater und mittlerweile dem Sohn gehört sowie eine Ehefrau und Schwiegertochter, die vorgibt, vom Schwiegervater dauernd beleidigt und beschimpft zu werden.

Am Tattag ist Manfred B. zum wiederholten Male zum Haus seines Sohnes gekommen, um hier Fotos zu machen. Es kam zu Diskussionen mit der ungeliebten Schwiegertochter, Sohn Thomas wollte schließlich seinerseits eine Kamera holen, um die Streitigkeiten zu dokumentieren. „Die Akkus waren leer”, gab der 33-Jährige an, der wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung vor Gericht steht. „Um meinem Vater zu drohen und ihn zu vertreiben, habe ich ein Luftgewehr mit nach draußen genommen, das seit Monaten unbenutzt bei uns im Wohnzimmer stand.”

Draußen habe er das Gewehr dann auf eine Mauer gelegt und sei mit seiner Frau zurück ins Haus gegangen. „Irgendwie muss sich ein Schuss gelöst haben”, so der angeklagte Sohn. „Ich habe nicht wissentlich auf meinen Vater geschossen.”

Der sieht das naturgemäß anders und beschuldigte seinen Sohn, ihn umbringen zu wollen. Und auch Richter Hans Georg Wingen sagte: „Es gibt zwar Zufälle, aber solche?”

Da auch die Aussagen der geladenen Zeugen, die an besagtem Tag mit Bauarbeiten beschäftigt waren, nicht wirklich für Klarheit sorgten, soll nun am 22. März unter anderem die Tatwaffe gründlich unter die Lupe genommen werden. Es müsse geklärt werden, waren sich Richter, Staatsanwältin und die beiden Verteidiger einig, ob sich aus einem lange Zeit ungenutzten Luftgewehr mit nur einem Geschoss einfach so ein Schuss lösen könne. Außerdem sollen weitere Zeugen befragt werden.
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