Urkomisches Dorfkabarett: Hastenraths Will im KOMM

Von: Anneliese Lauscher
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Hastenraths Will füllte das Komm-Zentrum, das Gelächter des Publikums war bis auf die Straße zu hören.

Düren. Hastenraths Will ist ein Landwirt mit Verstand, mit Bodenständigkeit und einer Portion Selbstbewusstsein. Er ist Karnevalsprinz, Pfarrgemeinderatsvorsitzender und Ortsvorsteher in Saffelen; seine Gedankengänge haben eine simple Logik, seine Sprache weist unwesentliche grammatische Fehler auf. Und er ist unheimlich witzig.

Er füllte das Komm-Zentrum, das Gelächter des Publikums war bis auf die Straße zu hören. Wenn man wie er vom Land kommt, dann freut man sich, die Skyline von Düren zu erblicken; Düren ist der Verkehrsknotenpunkt zwischen Merzenich und Gürzenich. Hastenraths Will erscheint in Gummistiefeln, kariertem Hemd, zu weiter Hose und der unvermeidlichen grünen Kappe. Als aufwändige technische Ausrüstung zählt er 20 Meter Kabel und eine Doppelsteckdose auf. Er hat für alle Fälle ein Apfel-Handy dabei, denn zu Hause wird die Milchkuh Gertrud zum 28. Mal Mutter, da will er auf dem Laufenden bleiben.

Ein aufregendes Leben

So lernen die Zuhörer den Hastenraths Will allmählich immer besser kennen und erfahren wichtige Episoden aus seinem aufregenden Leben. Eine seiner aufrüttelnden Reden, die er als Ortsvorsteher anlässlich der Einweihung einer Bushaltestelle gehalten hat, finden die Gäste im KOMM zum Brüllen. Auch die Beschreibung der Dessous-Party in seinem Haus nimmt man lachend und kopfschüttelnd zur Kenntnis. Was ein Stringbody ist, kann er trefflich und gestenreich erklären: „Und früher konnte man die Kordel bei meiner Frau noch sehen!“

Es „prasselt eine Menge Sachinformation“ über das Landleben auf das Publikum ein, zum Beispiel über den Unterschied zwischen Biosachen und Massentierhaltung. Ein Freund hat einen Job in einer Hühnerfarm: Er legt in jede Eierschachtel eine Feder ein, damit es nach Bio-Eiern aussieht. „Die Federn muss er sich besorgen, denn die Hühner haben ja keine.“

Mit Fremdwörtern hat Will so seine Probleme: Beim autonomen Training liegt man zwischen vielen Frauen auf Isoliermatten, er in Gummistiefeln. Sie mussten ihn raustragen, weil er eingeschlafen war und zu laut schnarchte.

Kulturinteressierter Landwirt

Auch die Weltreligionen erklärt der kulturinteressierte Landwirt: „Der Hinduist ist im Prinzip biologisch nicht abbaubar.“ Die Zuschauer hatten einen Riesenspaß mit diesem Typen und seinem „Dorfkabarett“, mit seinen schlitzohrigen Betrachtungen und seiner Landwirts-Philosophie.

Nein, Internet hat er sich nicht gekauft, man muss es nicht übertreiben mit dem modernen Kram. „Ich warte erst mal, ob es sich durchsetzt.“

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