Düren - Urheberrecht: Ist der Umbau von St. Bonifatius in Gefahr?

Urheberrecht: Ist der Umbau von St. Bonifatius in Gefahr?

Von: kin
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In der Bonifatiuskirche sollen Wohnungen entstehen. Foto: S. Kinkel

Düren. „Wir stehen mit den Erben von Albert Boßlet in guten Gesprächen und hoffen, dass wir auch hier zu einer einvernehmlichen Einigung kommen werden. Für mich ist das kein Grund zur Sorge.“ Hans-Otto von Danwitz, Pfarrer von St. Lukas in Düren, ist weiterhin davon überzeugt, dass in der Pfarrkirche St. Bonifatius im Dürener Süd-Osten 20 barrierefreie Wohnungen entstehen werden.

Die Mitglieder des Fördervereins St. Bonifatius, die gegen den Umbau sind, sehen das anders. Albert Boßlet ist der Architekt, der das Gotteshaus zu Beginn der 50er Jahre geplant hat, 1957 ist der Mann gestorben. Warum das wichtig ist? Auf die künstlerische Leistung, die ein Architekt erbracht hat, gibt es ein Urheberrecht, dass erst 70 Jahre nach dem Tod des Planers erlischt. So lange sind bauliche Veränderungen nur mit Einwilligung der Erben möglich. „Und die“, sagt Peter Lochner vom Förderverein St. Bonifatius„liegt noch nicht vor. Der Anwalt der Erben ist an unseren Verein herangetreten, mit der Bitte, ihm Fotos von der Kirche zu schicken. Das haben wir getan.“

Dass es ein Urheberrecht für die künstlerische Leistung von Architekten gibt, weiß auch Achim Schmitz, der Architekt, der die Umbaupläne von St. Bonifatius zu verantworten hat. „Damit dieses Urheberrecht wirksam wird“, so Schmitz, „muss die Einzigartigkeit des Bauwerks nachgewiesen werden. Und selbst wenn das Urheberrecht wirklich besteht, bedeutet das noch lange nicht, dass das Gebäude zum Beispiel nicht abgerissen werden darf. Und genau das wollen wir ja bei St. Bonifatius verhindern.“

Ähnlich sieht das auch Hans-Otto von Danwitz. „Natürlich haben wir uns einen Fachanwalt genommen, und die Erben haben ebenfalls einen. Aber es geht hier um hochkomplexe juristische Fragen.“ Tatsache sei, und das würden auch die Erben von Alfred Boßlet so sehen, dass die Verantwortlichen der Pfarre durchaus das Werk des Architekten schätzen würden. „Die Fassade zur Straße hin bleibt völlig unverändert.“ Darüber hinaus habe es auch in der Vergangenheit immer wieder bauliche Veränderungen an St. Bonifatius gegeben, die den Zweifel zulassen würden, ob der Urheberschutz überhaupt noch gegeben sei. „Der Boden ist verändert worden, die Taufkapelle ist von einem anderen Architekten nachträglich entworfen und angebaut worden.

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