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Unbelehrbar: Am Tag der Entlassung sofort wieder straffällig

Von: mv
Letzte Aktualisierung:

Düren. Die beiden Angeklagten „vermitteln den Eindruck, als sei bei ihnen Hopfen und Malz verloren”, meinte Richter Hans-Georg Wingen am Dienstag.

In der Tat: Der erste Angeklagte war genau am Tag seiner Haftentlassung schon wieder straffällig geworden, der zweite war damals nur „unter Bewährung” in Freiheit. Beide müssen jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung ein Jahr hinter Gitter.

Am 6. November vergangenen Jahres gab es eine so genannte Weihnachts-Amnestie. Der erste Angeklagte (30) wurde also aus dem Gefängnis entlassen und hatte dann nichts besseres zu tun, als sich mit dem zweiten (29) in Düren zu betrinken. Im Laufe des Abends wollten die beiden Drogen kaufen und begaben sich zu einer Wohnung in Düren, wo sie meinten, dort sei etwas zu holen.

„Gib Gras”, mehr hätten die Dürener, die schlecht Deutsch sprechen, nicht gesagt. Das berichtete der einzige Zeuge (41) vor Gericht. „Was ist los? Hast du nen Schaden?”, will der Zeuge damals gefragt haben, denn er hatte die beiden Männer, die da vor seiner Türe standen, noch nie gesehen.

Die aber fackelten nicht lange, sie schlugen zu. Schwere Schläge auf den Hinterkopf, ins Gesicht und in die Seiten habe er abbekommen. Mit einer Bierflasche habe man ihn am Kopf verletzt. Ein dritter, später hinzugekommene Mann habe ihm den Mund zugehalten, als er nach der Polizei rief. Die Schläger zogen ab, als sie merkten, dass tatsächlich kein Gras (Drogen) in der Wohnung war. Die Identität des Dritten konnten oder wollten sie vor Gericht nicht preisgeben.

Im Großen und Ganzen gaben beide die Tat zu. Nur, wer zuerst zugeschlagen hatte, wurde nicht klar. Die lange Liste der Vorstrafen beginnt bei dem 30-Jährigen im Jahr 1994 und umfasst 17 Urteile. Der 29-Jährige lebt in Düren, ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und fünf Mal vorbestraft.

Der Staatsanwalt verlangte für beide: Haftstrafen ohne Bewährung, die Rechtsanwälte hielten Bewährung für angemessen. Dem konnte sich das Schöffengericht nicht anschließen.
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