Düren - Umstrittenes Geschäftshaus in Norddüren

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Umstrittenes Geschäftshaus in Norddüren

Von: Ingo Latotzki
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Die Grünen-Stadträte Bruno V
Die Grünen-Stadträte Bruno Voss und Verena Schloemer sowie der SPD-Fraktionsvorsitzende Henner Schmidt (von links) mit Bauplänen vor dem Grundstück in Norddüren. Foto: Ingo Latotzki

Düren. An der Josef-Schregel-Straße in Norddüren soll ein Geschäftshaus gebaut werden. Das plant ein Investor auf einem Grundstück, das unter anderem dem ehemaligen Kölner Fußball-Nationalspieler Wolfgang Overath gehört. Auf dem Gelände hatte bis vor kurzem der Getränkemarkt „Trinkgut” seine Pforten geöffnet - seit 1. Mai ist der Laden aber geschlossen.

Die Planungen sind offenbar so weit gediehen, dass bereits feststeht, welche Geschäfte in das neue Gebäude ziehen könnten: Es handelt sich um die Bekleidungskette „Takko”, das Schuhgeschäft „Reno” und den Drogeriemarkt „DM”. Interessenvertretungen im Stadtteil Norddüren haben sich positiv zu den Vorhaben geäußert.

So weit, so gut? Nicht ganz. Das Einzelhandelskonzept der Stadt Düren könnte den Planungen einen Strich durch die Rechnung machen. Das Konzept verbietet grundsätzlich Geschäftsansiedlungen außerhalb eines Kernbereiches in Dürens City, wenn so genanntes innenstadtrelevantes Sortiment betroffen ist. Das neue Geschäftsgebäude an der Josef-Schregel-Straße liegt außerhalb des Kernbereiches. Es wird innenstadtrelevantes Sortiment angeboten. Schuhe, Drogerieartikel und Bekleidung werden auch in der unmittelbaren City verkauft.

Was nun? SPD und Grüne luden am Freitag zu einem Ortstermin, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Ihrer Meinung nach dürfen und sollen sich die Läden ansiedeln. Grünen-Sprecherin Verena Schloemer: „Im Innenstadtkonzept steht auch, dass Stadtteile gestärkt werden müssen. Mit diesem Argument ist eine Ansiedlung erlaubt.” Dieser Meinung sind auch die Stadträte Bruno Voss (Grüne) und Henner Schmidt (SPD).

Zumal eine Alternative drohe, „die niemand will”, so die Politiker am Freitag. Der Investor wolle in jedem Fall bauen. Gegebenenfalls würden andere Geschäfte einziehen. Geschäfte, die erlaubt sind: eine Apotheke, ein Lebensmittelladen, ein Bäcker. Diese Geschäfte gibt es aber bereits in unmittelbarer Nähe in Norddüren. „Die müssen schlimmstenfalls dichtmachen”, befürchten Grüne und Sozialdemokarten.

Am kommenden Dienstag, 8. Mai, wird der Stadtentwicklungsausschuss (ab 15.30 Uhr) im Rathaus beraten. Die Angelegenheit könnte zu einem Präzedenzfall werden. Derzeit wird in Düren heftig diskutiert, ob sich der französische Sportartikelkonzern „Decathlon” im Gewerbegebiet „Im Großen Tal” ansiedeln darf. Auch hier geht es um die Frage, inwieweit innenstadtrelevantes Angebot betroffen ist. Das wird momentan in einem Gutachten ermittelt. Wenn in Norddüren erlaubt würde, Waren zu verkaufen, die eigentlich laut Innenstadtkonzept nicht veräußert werden dürfen, könnte „Deacathlon” sich darauf berufen.

Auch deshalb dürfte die CDU-Fraktion im Dürener Rat noch unentschlossen sein. Die Christdemokraten wollen am Montagabend in einer internen Sitzung diskutieren, sagte der neue Dürener CDU-Chef Thomas Floßdorf am Freitag den „DN”. Er könne nicht abschätzen, auf welche Linie sich die Fraktion verständigen werde. Dies hat sicher auch damit zu tun, dass die CDU in Düren in der Frage einer Decathlon-Ansiedlung unterschiedlicher Auffassung ist. Sollten die Christdemokraten in Norddüren für einen Geschäftsbesatz mit „Reno”, „DM” und „Takko” stimmen, können sie kaum gegen „Decathlon” sein, mutmaßen Insider.

Für SPD und Grüne aber steht fest, „dass man sich nicht einfach über die Wünsche der Menschen in Norddüren hinwegsetzen darf”. Und die hätten sich klar für das Schuh- und Bekleidungsgeschäft sowie den Drogeriemarkt ausgesprochen.
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