Merzenich - Umsiedlung: Als erstes werden Rohre bestellt

Umsiedlung: Als erstes werden Rohre bestellt

Von: Margret Vallot
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Merzenich. „Unser Nahwärmekonzept ist etwas Besonderes“, sagt Peter Harzheim, Bürgermeister vom Merzenich. Gemeint sind Heizung und Warmwasserversorgung, die der Merzenicher Ortsteil Morschenich-Neu bekommen wird. Laut Bürgermeister „ist sowas im Rahmen einer Umsiedlung bisher einmalig“.

Wenn der Rat der Gemeinde in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag zustimmt, und davon kann ausgegangen werden, wird in Moschenich-Neu einmal ein Holzpelletheizkraftwerk in Kombination mit einem Blockheizkraftwerk, das mit Biogas betrieben wird, arbeiten. Ausschließlich regenerative Energien kommen zum Einsatz. Einziges Problem: Für alle Neubürger besteht Anschluss- und Benutzungszwang.

Bis zu dieser Entscheidung war es ein weiter Weg. Davon wissen nicht nur der Bürgermeister, sondern auch Bürgerschaftsvertreter Bruno Rüth und sein Stellvertreter Michael Dohmes ein Lied zu singen. Rüth und Dohmes wurden von den Morschenichern gewählt, um eigens bei der Umsiedlung die Interessen der Bürgerinnen und Bürger zu vertreten. Hunderte Stunden lang haben sie in den vergangenen drei Jahren auf Bürgerversammlungen zugebracht oder mit einzelnen Bürgern deren Umsiedlungs-Probleme besprochen. Alles ehrenamtlich.

Das Nahwärmekonzept steht, und ein weiterer Beschluss liegt ebenfalls vor: Vor wenigen Tagen hat der Braunkohleausschuss den entscheidenden Braunkohleplan „Umsiedlung Merzenich“ offiziell beschlossen. „Das bedeutet nichts weniger, als dass wir Ende August mit den Bauarbeiten für die Erschließung beginnen können“, erklärt Harzheim. Ab dem 2. Dezember diesen Jahrens „müssen wir baureife Grundstücke anbieten“. Angebote für das drei Kilometer lange Rohrnetz, durch das das warme Wasser zu den Häusern fließt, werden derzeit schon eingeholt.

Dabei stand das Nahwärmekonzept einmal vor dem Aus. Definitiv. „Das Ding ist gestorben“, habe er sich gedacht, so Harzheim. Man hatte sich von Anfang an für die umweltschonende Variante entschieden, aber ohne Benutzungszwang. „Was, wenn nur 30 Prozent mitmachen?“, fragte man sich im Rathaus. Finanziell machbar sei alles nur, wenn mindestens 110 bis 115 Grundstücke angeschlossen würden. Einen Zwang zum Mitmachen könne man nicht ausüben, so wurde angenommen.

Als aber bei einer Versammlung Harzheim den Bürgern offenbarte „wir steigen aus dem Nahwärmekonzept aus“, habe es einen Sturm der Entrüstung gegeben. Schließlich ergab eine Befragung, dass über 60 Prozent für das Nahwärmekonzept mit Anschlusszwang stimmten. Diese Mehrheit reichte.

Zur Zeit werden die Grundstücke verteilt. Auch das läuft nach einem komplizierten, mehrstufigen Verfahren ab: Jeder Umsiedler darf sich drei Grundstücke wünschen. Alle Wünsche sind bereits geäußert, derzeit wird ausgewertet. Bisher wurden schon 36 Grundstücke vorgemerkt. Kampfmittelräumdienst und die Archäologen haben das Gelände untersucht. Nur Letztere wurden fündig. Sie stießen auf Scherben aus der Römerzeit.

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