Umgehungsstraße: Schon bald saubere Luft atmen?

Von: Ottmar Hansen
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Düren. Jahrzehnte haben die Bewohner der Innenstadt darauf gewartet, in diesem Jahr soll die „Erlösung” kommen: die Umgehungsstraße B 56n östlich um Düren herum, die eine Menge Verkehr mit Lärm und Staub aus der Stadt heraus halten soll. „Wenn alles gut läuft, werden wir Ende 2011 anfangen können”, hofft Alexander Knecht von der Planungsabteilung im Rathaus.

Die Ostumgehung soll in zwei Bauabschnitten um Düren herum gezogen werden. Für jeden Abschnitt sind zwei Jahre Bauzeit veranschlagt. Begonnen wird mit dem ersten, 2,4 Kilometer langen Teilstück vom Neapco-Gelände (vormals Tedrive) bis zur Kölner Landstraße (B 264). Von dort geht es im zweiten Abschnitt, der 4,2 Kilometer lang sein wird, streckenweise parallel zur Bahnlinie Düren-Euskirchen Richtung Autobahnzubringer, wo die B 56n am „Bauhaus” wieder auf die alte Trasse geführt wird.

Fünf Brücken gehören zum Bauprojekt. Sie sollen dafür sorgen, dass der Verkehr über die neue Straße dann auch möglichst querungsfrei und ungehindert fließen kann. Auch über die Bahnstrecke Aachen-Köln und das Gleis der Rurtalbahn (Düren-Jülich) wird eine Brücke geschlagen.

Wenn die ersten Fahrzeuge über die B 56n rollen werden, können die Bewohner der Euskirchener Straße und der Schoeller Straße aufatmen. Sie müssen heute eine Verkehrsbelastung von mehr als 25000 Fahrzeugen täglich verkraften. Und dabei gefährliche Gifte einatmen.

Wie eine Untersuchung des Landesumweltamtes ergab, wurde der Grenzwert für Stickstoffdioxid im vergangenen Jahr auf der Euskirchener Straße erheblich überschritten. Der EU-weit festgelegte Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm, gemessen wurden 76 Mikrogramm. Einer der höchsten Werte landesweit. Die hohe Zahl der Lkw und die engen Häuserschluchten, die den Luftaustausch behindern, zählen wohl mit zu den Gründen.

Das Umweltamt will deshalb auch nicht warten, bis die Umgehungsstraße fertig gestellt ist. Vielmehr soll noch in diesem Jahr ein Luftreinhalteplan für die beiden belasteten Straßen eingerichtet werden. „Wir können das Problem nicht so lange aussitzen”, betonte Christina Köntje, Sprecherin der Bezirksregierung, jetzt auf Anfrage.

Eine entsprechende Projektgruppe, an der neben den Experten des Landesumweltamtes auch die Stadt, der ADAC und die Industrie- und Handelskammer beteiligt sind, wurde bereits eingerichtet. Köntje: „Wir werden Maßnahmen sammeln, die kurzfristig umsetzbar sind.” Denkbar wäre etwa ein Durchfahrtsverbot für Lkw.

Über die B 56 und die B 264 quälen sich täglich zehntausende Fahrzeuge durch Düren. Geplant sind seit fast 20 Jahren Entlastungstraßen. Zumindest mit dem Bau der Ostumgehung B 56n soll in diesem Jahr begonnen werden.

Die neue Straße soll in zwei Bauabschnitten um die Innenstadt herum geführt werden. Die Bauzeit der 6,6 Kilometer langen Trasse wird vier Jahre betragen. Straßen sowie Gleise der Bundesbahn müssen mittels fünf Brücken überquert werden.

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