Hürtgenwald - Umgehungsstraße in Gey: Ein Ort verändert seinen Charakter

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Umgehungsstraße in Gey: Ein Ort verändert seinen Charakter

Von: Margret Vallot
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8000 Fahrzeuge brausten hier vor über drei Jahren täglich durch. Jetzt endet die Dürener Straße in Gey an diesen Steinen. Foto: Margret Vallot

Hürtgenwald. Da, wo jetzt nur Anliegerverkehr fließt, rauschten vor wenigen Jahren noch rund 8000 Fahrzeuge täglich durch den Ort. Heute ist Ruhe eingekehrt. Genau drei Jahre ist es her, dass die Umgehungsstraße von Gey, die die Einwohner 40 Jahre lang herbeigesehnt hatten, eingeweiht wurde. Zeit, einmal zu fragen, wie sich der Ort seitdem verändert hat?

Bei einem Besuch in Gey konnte man jüngst Kinder beobachten, die ein Stück der früheren Hauptverkehrsstraße als Rodelbahn nutzten. Auf dem oberen Teil der Dürener Straße ist das möglich, denn mehr als 20 Autos pro Tag fahren dort nicht, eher sind es weniger.

Nachbarn, die sich auf der Straße treffen und etwas zu besprechen haben, tun dies mitten auf der Fahrbahn. Das ist in Gey kein seltenes Bild. Wer von den 1700 Einwohnern von Gey zum Lebensmittelladen oder zur Sparkasse fährt, findet immer einen Parkplatz. Bei den Umzügen von Karnevalisten, Schützen oder anderen muss nicht ein einziger Polizist anwesend sein.

„Wegen der Umgehungsstraße waren wir zunächst abgetrennt vom Öffentlichen Nahverkehr“, erinnert sich Ortsvorsteher Helmut Rösseler. Busse, die von Düren in Richtung Simmerarth fuhren, hielten früher an zwei Haltestellen in Gey. Rösseler konnte erreichen, dass die alten Haltestellen blieben und die Busse auch weiterhin den Weg durch Gey nehmen.

Die Dürener Straße war damals eine Bundesstraße. Sie ist jetzt nur noch eine innerörtliche Straße. Das bedeutet, dass die Anwohner zur Kasse gebeten werden, wenn die Fahrbahn grunderneuert wird. Genau deshalb hat Rösseler dem Bürgermeister von Hürtgenwald vorgeschlagen, die kaputte Dürener Straße nur abzufräsen und eine neue Decke auftragen zu lassen ohne die Bürgerinnen und Bürger finanziell zu belasten. Einzelheiten werden mit interessierten Bürgern am kommenden Samstag ab 11 Uhr besprochen. Man trifft sich am Ortseingang vor dem Getränkemarkt.

Nachteile haben, das ist laut Rösseler eindeutig, zwei Lebensmittelläden, die vor drei, vier Jahren noch vom Durchgangsverkehr profitierten. Besonders hart scheint es den Bauernladen Reinartz getroffen zu haben. Dort spricht der Chef von „40 Prozent weniger Umsatz“ seit Inbetriebnahme der Umgehungsstraße. Reinartz verkauft Produkte aus der Region. Vom Honig und der Marmelade bis zu Kartoffeln und Brot ist alles dabei. Das habe einmal den Durchgangsverkehr zum Anhalten bewegt. Auch das Café werde „heute viel seltener besucht“. In der vierten Generation betreibt die Familie Högen ihr Geschäft (Bäckerei und Lebensmittel auf 200 Quadratmetern). Von „zehn Prozent Umsatzeinbußen“ spricht Gerta Högen. Die Umgehungsstraße hat den Ort massive verändert, zur Freude vieler Menschen, allerdings nicht aller.

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