Ulla Schmidt: Gesundheitssystem am Patienten-Bedarf orientieren

Von: Elmar Farber
Letzte Aktualisierung:
ullabu
„Die Demokratie lebt von Kompromissen.” Ulla Schmidt referierte bei ihrem Besuch der SPD Niederzier über die Gesundheitsreform und die Zukunft des Gesundheitssystems. Foto: Elmar Farber

Niederzier. Politische Verhältnisse wie in der SPD-Hochburg Niederzier, in der die Genossen mit absoluter Mehrheit regieren und schwarze Zahlen geschrieben werden, würde sich Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt sicher auch für Berlin wünschen.

Ein Heimspiel erwartete die gebürtige Aachenerin allerdings nicht, als Ortwin Clever, Vorsitzender der SPD Niederzier, sie am Freitagabend herzlich „auf der Insel der Glückseligen” begrüßte, denn die Ministerin hatte sich einigen unbequemen Fragen zu stellen.

Vorher stand aber erst Ulla Schmidts Referat über die Gesundheitsreform auf der Tagesordnung. „Wir vergessen manchmal, dass wir für unsere Beiträge auch eine gute medizinische Versorgung erhalten”, so Schmidt. Deutschland verfüge über „eines der besten Gesundheitssysteme der Welt”.

Allerdings müsse man sich zwei großen Herausforderungen stellen. Einerseits werden wir immer älter und nehmen daher auch die Gesundheitsversorgung in größerem Maße in Anspruch, andererseits koste die Forschung, die den medizinischen Fortschritt erst ermöglicht, sehr viel Geld. Dabei müsse die Behandlung für den Patienten bezahlbar bleiben, sagt Schmidt.

Dies sei mit der bestehenden Trennung zwischen privat und gesetzlich Versicherten allerdings nicht dauerhaft zu bewerkstelligen. „Daher bleibt die Bürgerversicherung weiter auf unserer Tagesordnung”, so Schmidt mit Blick auf den Gesundheitsfonds.

„Die Leistungen des Gesundheitssystems müssen sich am Behandlungsbedarf der Patienten orientieren, nicht an deren Versichertenstatus”, so die Ministerin. Wir hätten zwar keine „Zwei-Klassen-Medizin”, jedoch einen „Zwei-Klassen-Service”. Dennoch sei die Entwicklung des deutschen Gesundheitssystems eine Erfolgsgeschichte, da der prinzipielle Zugang zum medizinischen Fortschritt nicht vom Geldbeutel abhänge. Allerdings werde man nie verhindern können, dass die, die mehr Geld haben, auch mehr Leistungen für sich einkaufen, so Schmidt.

Ulla Schmidt ließ es sich nicht nehmen, im Rahmen ihres Besuches in Niederzier auch einige Genossen für ihre langjährige Parteimitgliedschaft zu ehren. Ulrich Bürger, Herbert Cremer, Peter Mülheims, Sonja Ruschhaupt und Michael Schroeder besitzen ihr Parteibuch seit 25 Jahren. 40 Jahre lang sind August Cremer, Josef Junior, Richard Vendt und Karl-Heinz Stelzner in der SPD. Willi Servos und Peter Stass bringen es auf 45 Jahre.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert