Über Wert und Vergänglichkeit von guter Kunst

Von: Sandra Kinkel
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Freuen sich auf die zweite Ausstellung in der Initiative „Die Treppe“: Anne-Katrin Puchner, Dr. Susanne Rohs und Stephanie Sülzen (von links). Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Bei mir ist immer der Raum total entscheidend, ob ich eine Ausstellung machen möchte oder nicht. Und als ich hier reingekommen bin, war mir sofort klar, dass ich ausstellen werde.“ „Hier“, das sind die früheren Galerieräume von Lutz Rohs in der Yorkstraße in Düren, und die Frau, die von dem Raum so begeistert ist, ist Anne-Katrin Puchner aus Düsseldorf.

 Im vergangenen Jahr haben Lutz Rohs‘ Nichte Dr. Susanne Rohs und Stephanie Sülzen gemeinsam mit dem Kunstförderverein des Kreises Düren die Kunstinitiative „Die Treppe“ gegründet. Die beiden Frauen wollen in Düren wieder einen Kunsttreff, der auch für jüngere Leute interessant ist, etablieren. Anne-Katrin Puchner ist bereits die zweite Künstlerin, die ihre Arbeiten in der Yorkstraße präsentiert.

„Wir haben uns eigentlich die Maxime meines Onkels zu eigen gemacht“, sagt Dr. Susanne Rohs. „Und die heißt, dass wir nur die Kunst ausstellen wollen, die wir uns auch zu Hause aufhängen würden, weil sie uns so gut gefällt. Und Anne-Katrin Puchners Arbeiten gefallen uns einfach sehr gut.“

Anne-Katrin Puchner ist in Düren keine Unbekannte, sie hat vor sechs Jahren, kurz nach ihrem Examen an der Kunstakademie Düsseldorf, im Rahmen der Ausstellung „Art up! – Junge Kunst aus deutschen Akademien“, zu der der Kunstförderverein damals eingeladen hatte, ihre Installation „Stoffschläuche aus Shiatsu-Massagegeräten“ gezeigt. „Damals“, erinnert sich Justus Peters vom Kunstförderverein, „hat Frau Puchner mit ihrer Installation nachhaltig beeindruckt.“

Die Ausstellung bei der Initiative „Die Treppe“ ist mit „Translocality“ überschrieben. Anne-Katrin Puchner thematisiert darin erneut das Spannungsfeld zwischen Bewegung und Starre. In vielen ihrer Arbeiten verwendet sie die Materialien Karton und Teer. „Ich möchte in meinen Arbeiten Bewegung einmal anders darstellen und zwar durch Auflösen oder durch Hinzufügen.“ Beispielsweise hat Anne-Katrin Puchner bei einem ihrer Objekte mit einer Lochzange unzählige kleine Löcher in einen Teppich gemacht.

Ein besonderes Kunsterlebnis erwartet die Besucherinnen und Besucher von „Translocality“ übrigens bei der Finissage der Ausstellung am Sonntag, 17. März. Unter dem Motto „Das ist Kunst und kann weg“ können Erwachsene, aber vor allen Dingen auch Kinder von einem der Kunstwerke von Anne-Katrin Puchner, das aus geschredderter Pappe besteht, ein Stück mit nach Hause nehmen. „Ich will damit ein wenig provokativ die Frage aufwerfen, wie hoch der Wert von Kunst für uns eigentlich ist.“

Die erste Ausstellung in der Initiative „Die Treppe“ mit Arbeiten von Saskia Niehaus war für Dr. Susanne Rohs, Stefanie Sülzen und die Verantwortlichen des Kunstfördervereins ein Erfolg. „Ich kann nicht genau sagen, wie viele Menschen die Ausstellung besucht haben“, sagt Dr. Susanne Rohs. „Es werden wohl einige hundert gewesen sein.“ Die neue Initiative müsse sich in Düren erst etablieren. Justus Peters: „Es dauert in Düren, bis sich Sachen rumgesprochen haben, aber das kommt. Da bin ich zuversichtlich.“

Demnächst wollen Dr. Susanne Rohs und Stephanie Sülzen in der „Treppe“ auch Kunstworkshops für Kinder und Jugendliche anbeten. Denkbar ist auch ein Workshop, den die Künstler, die in der „Treppe“ ausstellen, selbst durchführen. Aber auch das ist im Augenblick noch Zukunftsmusik.

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