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Über die Geometrie der Vielfalt von Realitäten

Von: Anneliese Lauscher
Letzte Aktualisierung:
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Gerne erläutert Ulrike Stausberg ihre Arbeiten. An den Wochenenden während der Ausstellung ist sie im Dürener Tor anwesend. Foto: Lauscher

Nideggen. „Inwärtiges Amt I” - unter diesen Titel stellt Ulrike Stausberg ihre Ausstellung, die zurzeit im Dürener Tor zu sehen ist. Ihre abstrakten Bilder fanden schon bei der Eröffnung am Samstag reges Interesse von vielen Besuchern.

„Ich denke nicht, wenn ich arbeite”, sagt die Künstlerin von sich selbst; sie versucht während ihrer Arbeit „das weltliche Bewusstsein auszuschalten”. Ihre Materialien sind Papier, Kreide, Pigmente, Bleistift, Buntstift, Lack, Papierfragmente, Acryl. Und ganz wichtig: Folie. Sie „schichtet” ihre Arbeiten, überspannt sie mit Folie, die sie später erhitzt.

An manchen Stellen öffnet sie dann die Folie, übermalt das Vorherige, zerstört es gewissermaßen, um Neues, Lebendigeres hervorzuholen. „Es langweilt mich, etwas einfach schön zu finden”, lässt sie den staunenden Betrachter wissen.

Den großformatigen Bildern ist eines gemeinsam: die Aufteilung in Felder, welche dem Werk eine Geometrie geben. An manchen Stellen erkennt man die Leinwand, auf die alles aufgetragen wurde. Hin und wieder hat die Folie Blasen geworfen; und plötzlich taucht eine Gestalt auf, „eine Wesenheit”, wie Ulrike Stausberg sie nennt.

Schicht-Technik

Dann wieder unterbrechen Kringel und Wortfragmente die Farbfläche; Zahlen werden addiert, und der Betrachter rechnet unwillkürlich nach! Kleine quadratische Bilder wirken fast wie Kacheln, auch hier wird mit der Schicht-Technik, der Farbgebung und der Wahl der Motive eine äußerst lebendige Arbeit erreicht. Dass Ulrike Stausberg auch Klecks- und Kritzelkurse für Erwachsene gibt, wundert einen nicht mehr, wenn man sich auf die Bilder eingelassen hat.

Mit den Augen erforschen

Gabriele C. Berndt, die Präsidentin des Europäischen Zentralverbands Bildender Künstler und Literaten, eröffnete die Ausstellung und forderte die Besucher auf, „die Vielfalt der Realitäten” zu finden, die die Künstlerin sichtbar gemacht habe. Sie habe eine ganz eigene Technik gefunden, um ihre Arbeiten zu „kochen”. Sie verbinde Realität mit Gefühltem; die Ergebnisse seien beachtlich und von herausragender Qualität. Die Präsidentin forderte die Gäste auf, mit den Augen die vielschichtigen Arbeiten zu erforschen.

Noch bis zum 1. März kann man die Ausstellung sehen, sie ist donnerstags von 14 bis 18 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
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