Über 90 Prozent schaffen einen Abschluss

Von: Sandra Kinkel
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Marcel Reichenberg (rechts) und Thomas Barden arbeiten in der Zierpflanzengärtnerei des Spozialwerks Dürener Christen. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Es sieht schon richtig professionell aus, wie Marcel Reichenberg und Thomas Barden (beide 20) mit den kleinen roten und gelben Zierpaprika umgehen. Die beiden jungen Männer machen beim Sozialwerk Dürener Christen im Gewächshaus an der Glashüttenstraße eine Ausbildung. Marcel Reichenberg möchte Zierpflanzengärtner werden, Thomas Baden ist im dritten Lehrjahr zum Gartenwerker.

Das Sozialwerk Dürener Christen feiert am kommenden Wochenende sein 25-jähriges Bestehen. Leider, wie der Professor Kurt Schroeder, Vorsitzender des Sozialwerkes, einmal gesagt hat. „Leider, weil man uns dann immer noch braucht.” Günter Kirschbaum, heute Geschäftsführer des Sozialwerks Dürener Christen, ist 1984 von der Pfarrgemeinde St. Marien eingestellt worden, um eine Kontaktstelle für arbeitslose Jugendliche in Düren einzurichten.

„Arbeitslosigkeit und insbesondere Jugendarbeitslosigkeit”, erinnert sich Kirschbaum, „galt damals als absoluter Skandal. Und war ein gesellschaftliches Problem.” Anfangs hat Günter Kirschbaum eng mit den Berufskollegs in Düren zusammen gearbeitet und sich um die Schüler gekümmert, die nach Beendigung ihrer Schulpflicht aufgrund ihres fehlenden oder geringen Abschlusses zu den Verlierern im Wettkampf um die wenigen Ausbildungsplätze gehörten. „Um meine Arbeit”, so Kirschbaum, „auf eine breitere Basis zu stellen, wurde 1985 das Sozialwerk gegründet. Damals als gemeinsame Einrichtung der drei Innenstadtpfarreien St. Anna, St. Marien und St. Peter Julian.”

Heute betreibt das Sozialwerk Einrichtungen an sieben Standorten in Düren, Jugendliche und junge Erwachsenen können in den acht Gewerken Zierpflanzengärtner, Florist, Tischler, Metallbauer, Maler und Lackierer, Bürokaufmann und Bürokommunikation, Frisör und Einzelhandel eine Ausbildung absolvieren. Darüber hinaus gibt es diverse berufsvorbereitenden Maßnahmen und ein spezielles Programm für schulmüde Jugendliche.

Günter Kirschbaum: „Die Jugendlichen, die bei uns eine Ausbildung machen, hätten auf dem freien Lehrstellenmarkt keine Chance gehabt.” Viele der jungen Leute haben vor ihrer Ausbildung eine vorbereitende Maßnahme absolviert, sie werden zudem während der Lehre auch sozialpädagogisch betreut. Außerdem bietet das Sozialwerk Dürener Christen ihnen auch so genannten Stütz-, also Nachhilfeunterricht an. „Die Jugendliche, die zu uns kommen”, so Günter Kirschbaum, „haben einfach sehr hohe Defizite. Und manchmal fehlen ihnen einfach auch Schlüsselqualifikationen wie pünktlich am Arbeitsplatz erscheinen.”

Genau hier setzt das Sozialwerk Dürener Christen an, und das Konzept von Günter Kirschbaum und seinem Team funktioniert: Die Abbrecherquote bei den Lehrlingen ist sehr gering, weit über 90 Prozent schaffen die Gesellenprüfung.

In den letzten Jahren wird die Berufsvorbereitung für die Mitarbeiter des Sozialwerkes immer wichtiger. Kirschbaum: „Wir wollen, dass die Leute schon vor dem Scheitern zu uns kommen, sie kennen lernen, bevor sie von der Schule in den Beruf wechseln.” Deswegen kooperiert das Sozialwerk sehr eng mit Förder-, Haupt- und Gesamtschulen. „Wir gehen in die Schulen”, erklärt Karina Umlauft, stellvertretende pädagogische Leiterin des Sozialwerks. „Und die Jugendlichen kommen zu uns in die Werkstätten, damit sie auch praktisch arbeiten können.” Und vielleicht auch einmal einen Ausbildungsplatz beim Sozialwerk bekommen. So wie Marcel und Thomas.
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