Udo Klinkhammer ersetzt derzeit Kirchenvorstand in Schmidt

Von: Burkhard Giesen
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Keine einfache Aufgabe: Vermögensverwalter Udo Klinkhammer ersetzt derzeit den Kirchenvorstand in Schmidt. Foto: Ingo Latotzki

Schmidt. Um sich beliebt zu machen, sagt Udo Klinkhammer, „hätte ich Pastor werden müssen”. Nun kann man nicht unbedingt sagen, dass Klinkhammer unbeliebt ist. Aber es ist zumindest so, dass er in Schmidt nicht mit offenen Armen empfangen worden ist.

Der 52-Jährige ersetzt als Vermögensverwalter den abgesetzten Kirchenvorstand - und das möglicherweise bis zum Ende des Jahres 2012, wenn die turnusgemäße Neuwahl des Kirchenvorstandes ansteht. Was man über Klinkhammer allerdings sofort sagen kann: Er ist unschuldig.

Man kann sich Angenehmeres vorstellen

Mit der Vorgeschichte, die zur Absetzung des Kirchenvorstandes führte, hat er nichts zu tun. Aber man kann sich vielleicht angenehmere Aufgaben vorstellen, als in ein Dorf geschickt zu werden, in dem das Bistum derzeit nicht gerade hoch im Kurs stehen dürfte.

„Man kann Dinge, die schwierig sind, auch als Herausforderung betrachten”, sagt Klinkhammer, der als gelernter Bankfachwirt sich in den nächsten Monaten um die Finanzen der Pfarre Schmidt kümmern wird - mit allem Drum und Dran. „Das fängt mit Kleinigkeiten wie der Frage, wer die Kirche auf- und zuschließt, an.” Klinkhammer ist erster Ansprechpartner für das Personal der Pfarrgemeinde und mit verantwortlich dafür, wie das Personal bezahlt werden kann.

„Ich versuche unvoreingenommen an die Arbeit zu gehen und mich auf der Sachebene mit den Themen zu beschäftigen.” Das klingt nüchterner als Klinkhammer es tatsächlich meint. Ihm ist sehr wohl bewusst, dass es in der Schmidter Pfarrgemeinde auch darum geht, Vertrauen aufzubauen, die aufgerissenen Gräben zuzuschütten. „Ich kann gut nachvollziehen, was da an Verletzungen zu Tage getreten ist”, sagt der Mann, der privat mit seiner Familie in der Nähe von Gerolstein lebt und selbst seit über 25 Jahren ehrenamtlich in seiner Kirchengemeinde tätig ist.

Anfang des Jahres hat sich Klinkhammer in einer Pfarrversammlung den Gemeindemitgliedern vorgestellt - „Ich wollte einfach Gesicht zeigen.” Und er stand für Fragen zur Verfügung. „Es gab zum Beispiel Ängste, dass die Spenden und Kollekten nicht in Schmidt verbleiben.” Diese Ängste konnte er zerstreuen. Überhaupt seien die finanziellen Angelegenheiten der Pfarre „geordnet”.

„Eine nachhaltige Entscheidung.”

„Schmidt ist keine Kirchengemeinde, die vor Reichtum strotzt. Der Kirchenvorstand war sich der hohen Personalkosten bewusst und hat versucht, zusätzliche Einnahmen zu beschaffen.” Klinkhammer lobt zum Beispiel ausdrücklich die Idee, auf dem Kirchendach eine Photovoltaikanlage zu installieren: „Das war eine nachhaltige und sinnvolle Entscheidung.”

Während der Vakanzzeit will er seine Aufgabe auch im Sinne des bisherigen Kirchenvorstandes weiterführen - was aber auch bedeuten kann, dass an der ein oder anderen Stelle auch notwendige Veränderungen möglich sind. „Ich bin nicht der arrogante Schnösel, der eh alles besser macht. Aber ich bin lösungsorientiert.”

Soll auch heißen: Er ist für Anregungen und Unterstützung offen. Dass ihm neben der reinen Sacharbeit auch das Wohl der Gemeinde am Herzen liegt, wird an einer anderen Stelle deutlich. Klinkhammer ärgert sich darüber, dass offenbar auch der Pfarrgemeinderat unter Druck gesetzt, angefeindet wird. „Diese Gemeinde ist mit viel Engagement nach vorne gebracht worden. Wenn jetzt alle hinschmeißen sollten, was passiert denn dann in Schmidt noch?”
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