Trotz der Not lauter fröhliche Gesichter

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Janina Fackeldey (links) und Nora Koschorreck gönnten sich einen Elefantenritt in der Nähe der Klosteranlagen von Angkor.

Düren. Fünfeinhalb Wochen leben die beiden 18-jährigen Schülerinnen Janina Fackeldey und Nora Koschorreck in Kambodscha. In Kooperation mit dem Berufsförderungswerk absolvieren die beiden Schülerinnen aus Düren ein Praktikum und betreuen blinde und sehbehinderte Kinder.

Über ihre Erlebnisse in der zweiten Woche berichten die Schülerinnen: „Am Montag hatten wir unser erstes Interview, worauf wir uns schon sehr gefreut hatten. Ganze zwei Stunden waren wir unterwegs zu Savuth Yan, dem zukünftigen Blindenlehrer von Comped Home. Wir waren gespannt darauf, Savuth´s Familie kennen zu lernen und zu erfahren, in welchen Verhältnissen sie leben.

Dort angekommen, war alles ziemlich dreckig vom getrockneten Schlamm und sehr ärmlich. Die Familie lebt zu sechst in einer sehr kleinen Hütte, nah am Mekong. Sie zeigten sich uns gegenüber sehr gastfreundlich und boten uns Kokosnüsse aus ihrem eigenen kleinen Garten an. Um sich ernähren zu können, verkauft Savuth´s Mutter täglich geerntete Früchte aus ihrem Garten. Da sie die Einzige ist, die momentan Geld verdient, muss sie die Familie alleine ernähren. Ihr Einkommen beträgt höchstens drei US-Dollar am Tag. Für die Familie ist es wichtig, das der blinde Savuth bald als Blindenlehrer im Comped Home arbeiten kann, da sich seine Frau um die drei Kinder kümmern muss und somit nicht arbeiten kann.

Nachdem unser Bericht erstellt war, kümmerten wir uns um die Einrichtung des Klassenraums. Beim „Möbelladen” sichteten wir Passendes für den Unterrichtsraum und erkundigten uns nach den Preisen, wenn wir die Möbel anfertigen lassen.

Passende Wiese gefunden

Am nächsten Tag stand wieder unser Projekt Blindentorball auf dem Programm. Unsere Pläne dafür sind bereits fertig; es fehlten uns noch die Maße vom Grundstück für die endgültige Planung. So fuhren wir mit Chivi zum Comped Home und fanden ein Stück Wiese, das perfekt für ein Blindentorballfeld geeignet ist.

Nachmittags besichtigten wir das Tuol-Sleng-Genozid-Museum, in dem während der Pol Pot Zeit tausende Menschen auf brutalste Weise gefoltert und getötet wurden. Durch Bilder und einige der originalen Folterwerkzeuge aus der Zeit wurde alles sehr realistisch dargestellt. Es hat uns betroffen und nachdenklich gemacht.

Als wir das Museum verließen, hatten wir unsere erste Angst einflößende Begegnung. Ein älterer Mann mit Verbrennungen im Gesicht bettelte um Geld. Da wir Mitleid mit ihm hatten, gaben wir ihm unser letztes Kleingeld. Doch das war ihm nicht genug. Auf einmal griff er zu seiner Krücke und lief uns hinterher. Wir bekamen Angst und sprinteten in Richtung unserer Gastfamilie. Er verfolgte uns eine Weile, doch dann kamen wir sicher Zuhause an.

Nachdem wir die vielen Eindrücke des Tages verarbeitet hatten, packten wir unseren Rucksack für die kommende Reise. Zusammen mit der Organisation fuhren wir sechs Stunden von Phnom Penh nach Siem Reap. Vor Ort angekommen, interviewten wir noch am selben Tag drei potentielle Schüler für Comped Home. Dort sahen wir die armen Verhältnisse, in denen die Kinder wohnen müssen. Trotz der Armut blickten wir in fröhliche Gesichter. Da wir am Wochenende gearbeitet hatten, bekamen wir jetzt freie Tage, die wir für einen Besuch der Tempel von Angkor nutzten.

Da es hier unglaublich viele Tempel gibt, schauten wir uns die für uns interessantesten an. Darunter war natürlich Angkor Wat, der größte Tempel der Welt. Er wurde im mittleren 12. Jahrhundert errichtet und es war spannend, ihn einmal mit eigenen Augen gesehen zu haben. Auf dem Weg dorthin, gingen wir durch den noch verbliebenen Dschungel und wurden von vielen Affen überrascht.

Nach dem langen, anstrengenden Tag gönnten wir uns einen Elefantenritt nahe den Tempelanlagen. Es war eine schöne Erfahrung, die wir niemals vergessen werden.”
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