Düren/Obermaubach - Trinkwasserversorgung: Bestes Wasser aus der Wehebachtalsperre

Trinkwasserversorgung: Bestes Wasser aus der Wehebachtalsperre

Von: Sandra Kinkel
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Paul Larue, Cord Meyer, Dr. Heinz-Willi Mölders, Heinrich Klocke und Peter Harzheim (von links) setzen die neue Wasserstrategie für Düren und Merzenich um. Foto: Sandra Kinkel

Düren/Obermaubach. Der 25. Juli 1885 war für Düren ein historisches Datum. Sozusagen der erste Meilenstein in Sachen Dürener Trinkwasserversorgung. Damals haben nämlich die Stadtväter entschieden, den Bürgerinnen und Bürgern eine zentrale Trinkwasserversorgung zur Verfügung zu stellen. Am Montag haben Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Hans-Willi Mölders und der Geschäftsführer der Stadtwerke (SWD) Düren, Heinrich Klocke, von einem weiteren Meilenstein der Dürener Wasserversorgung gesprochen.

Rund 100.000 Menschen in Düren und Merzenich bekommen ihr Trinkwasser nicht mehr aus der „fließenden Welle“, also aus der Rur, sondern zum allergrößten Teil aus der Wehebachtalsperre in der Nähe von Schevenhütte.

„Nach der ersten Trinkwasserversorgung im Juli 1885 mit Grundwasser und dann seit Januar 1957 im Wesentlichen mit Rurwasser“, so Heinrich Klocke, „ist die aktuelle Umstellung auf das Wasser aus der Wehebachtalsperre ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte der Region.“

Bereits vor zwei Jahren haben die Stadtwerke Düren mit der Wassergewinnungs- und aufbereitungsgesellschaft Nordeifel (WAG) einen Liefervertrag für das Wasser aus der Wehebachtalsperre geschlossen. Dieser Vertrag hat eine Laufzeit von 30 Jahren. „Wir haben einen Strategiewechsel entschieden“, so Dr. Hans-Willi Mölders, „der den kommenden Generationen auch weiterhin die zuverlässige Versorgung mit bestem Trinkwasser garantiert.“ Ein Strategiewechsel, der übrigens nicht ganz billig war. Insgesamt haben die Stadtwerke Düren 2,5 Millionen Euro investiert, unter anderem ist auch die Brunnenanlage in der Dr.-Overhues-Allee komplett erneuert worden. Mölders: „Wir haben viel investiert, aber es ist sehr gut angelegtes Geld.“

Über die etwa 13 Kilometer lange Wehebachleitung fließen ab sofort jedes Jahr über drei Millionen Kubikmeter Wasser von der Wehebachtalsperre nach Obermaubach, um von dort ins städtische Netz eingespeist zu werden.

„Die Entnahme des Trinkwassers aus der Rur“, erklärte Cord Meyer, Geschäftsführer der Firma „Leitungspartner“, einem Tochterunternehmen der SWD und zuständig für die Energie- und Wassernetze in Düren und Merzenich, „hat immer höhere Risiken gehabt. Wir mussten einfach reagieren.“ Meyer spricht von mikrobiologischen, pharmazeutischen, chemischen und medizinischen Auffälligkeiten, die auch die Bezirksregierung in Köln habe hellhörig werden lassen. Die Aufbereitung des Rurwassers mit seinen Verunreinigungen durch veränderte Umweltbelastungen, so Meyer, sei schließlich zu aufwendig geworden.

„Im Wasser der Wehebachtalsperre“, so Bürgermeister Paul Larue, „gibt es keine solchen Rückstände, so dass Düren und Merzenich in Sachen Wasserversorgung jetzt sehr gut aufgestellt sind.“ Überhaupt gilt das Wasser aus der Talsperre als sehr sauber und weich. Und der niedrige Härtegrad hat auch positive ökologische und ökonomische Aspekte: Weiches Wasser braucht nämlich weniger Energie und zum Beispiel in der Spülmaschine auch weniger Spülmittel.

Insgesamt fasst die neue Trinkwasserstrategie übrigens auf fünf verschiedenen Quellen. Außer aus der Wehebachtalsperre kommen 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr aus der Gewinnungsanlage in der Dr.-Overhues-Allee in Dürenm, 300Kubikmeter vom Kreuzauer Wasserwerk Concordia und genau so viel aus dem renovierten Wasserwerk im Niederzierer Ortsteil Ellen. Wenn der Wasserleitungszweckverband Langerwehe im nächsten Jahr seine moderne Enthärtungsanlage in Betrieb nimmt, soll der Dürener Stadtteil Derichsweiler mit Wasser von dort versorgt werden.

Im Herbst soll dazu noch eine Verbindungsleitung zwischen Schlich und Derichsweiler gebaut werden, durch die dann jährlich um die 100.000 Kubikmeter Wasser fließen werden. Das Wasserwerk in Obermaubach bleibt als Verteilstation erhalten. Außerdem dient die SWD-Außenstelle noch der Notversorgung. Sie könnte bei Engpässen oder wenn andere Quellen versiegen, die Menschen mit Rurwasser versorgen.

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