Düren - Trinktester geben Dürener Wasser eine Eins

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Trinktester geben Dürener Wasser eine Eins

Von: Ingo Latotzki
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Leser Walter Oleff aus Niederau testet eines von acht Wässern. Der Sportler trinkt häufig Leitungswasser (gemischt mit Orangensaft) und ist zufrieden. Bei der Verkostung Unterschiede herauszuschmecken, sei aber schwierig, fand er. Foto: Ingo Latotzki
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Dr. Uwe Pöhl vor einer Karte des Rursees. Der Sozialwissenschaftler leitete den Test. Foto: Ingo Latotzki
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Leser Hans-Wilhelm Körtgen beim Studium der Testbögen für die acht Wässer. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Acht Gläser gefüllt mit Wasser, durchnummeriert, alle gleich gekühlt, auf einem Tablett dargeboten. Dazu zwei Bögen Papier, auf denen Kreuzchen gemacht werden sollen: Es geht um Geruch, Geschmack und die Frage, um welche Art von Wasser es sich handelt.

In einem Besprechungsraum der Stadtwerke Düren. Acht Leser haben Platz genommen, um an einer Blindverkostung teilzunehmen. Wenn man so will, geht es darum festzustellen, ob das Dürener Trinkwasser, das ganz normal aus dem Hahn kommt, gegen Wässer aus dem Supermarkt, vom Discounter oder auch gegen hochwertige Produkte aus dem Feinkosthandel mithalten kann. Die Stadtwerke Düren, SWD, hatten in Zusammenarbeit mit den „DN“ die Dienste eines unabhängigen Institutes in Anspruch genommen, um sich diesem Test zu stellen (SWD liefern in Düren das Wasser).

Um es vorwegzunehmen: Das Dürener „Kraneberger“ hat sich knapp den Spitzenplatz erobert, vor den Marken Gerolsteiner Naturell und Volvic Naturelle. Zum Schluss trennten die drei Bestplatzierten bei 41 Testpersonen nur ein Notendurchschnitt von gerade mal einem Zehntel Notenpunkt. Das Dürener Wasser erhielt den Wert 2,26, Gerolsteiner 2,31 und Volvic 2,38. Der Preis sei offenbar kein Kriterium gewesen, sagte Dr. Uwe Pöhl, Leiter des Institutes für empirische Sozial- und Kommunikationsforschung in Düsseldorf.

Der Sozialwissenschaftler hat diese Art Blindverkostung schon häufiger begleitet und die Erfahrung gemacht, dass preiswertere Produkte sich im Urteil der Tester nicht hinter teils erheblich teureren „Luxus-Wässern“ zu verstecken brauchen. In seiner Einführung sagte Pöhl, für die Stadtwerke Düren gehöre Mut dazu, sich diesem Experiment zu stellen. Das Ergebnis hätte auch anders ausfallen können.

Josef Krischer, einer der Zeitungsleser, die sich an dem Test beteiligten, sagte: „Warum gibt man eigentlich viel Geld aus, wenn das Leitungswasser auch gut ist?“ Das Dürener Wasser kostet 0,2 Cent pro Liter. Bei der Blindverkostung dabei war mit dem Produkt „Bling H2O“ auch ein Wasser, das 66 Euro pro Liter kostet. Es belegte aber nur Platz sechs.

Mitunter war es offenbar aber nicht so einfach, überhaupt Unterschiede zu schmecken. Leser Walter Oleff trinkt viel Leitungswasser. Als Sportler (Laufen) mischt er sich Orangensaft mit dem Dürener Leitungswasser und „ist sehr zufrieden“. Nachdem er seine acht Gläser aber gekostet und auf Geschmack und Geruch bewertet hatte, war er unsicher, welches das Dürener „Kraneberger“ war; drei, vier Produkte kamen in Betracht.

Die Wässer, die gegen das Dürener Leitungswasser antraten, wurden von dem Düsseldorfer Institut ausgewählt. Dr.  Pöhl: „Wir wollen den Durchschnitt des Marktes abdecken.“ Dass die Unterschiede in der Bewertung der Tester erfahrungsgemäß gering sind, weiß Pöhl aus seiner Arbeit. Düren passt in dieses Bild. Und es würde passen, einen bekannten Karnevalshit umzuschreiben: „Dat Wasser von Düre is jot...“

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