Düren - Torwort-Comeback: Erinnerungen an Spiele vor vier Zuschauern

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Torwort-Comeback: Erinnerungen an Spiele vor vier Zuschauern

Von: Julian Loevenich
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Peter Schmitz, Sascha Theisen, Alexander Klitzpera und Frederic Latz (v.l.) startet in Düren „Torwort“ neu. Foto: Julian Loevenich

Düren. Es ist voll. Gedrängt voll. Kleine, runde, dunkle, hölzerne Tische mit Stühlen füllen den schmalen Raum mit seinen steinigen Wänden und der hohen Decke. In rotes und blaues Licht getunkt entfaltet sich im Café der EndArt eine Pub-ähnliche Atmosphäre. Vorne, hinter der Bühne ist eine Leinwand gespannt. „Football‘s coming home“ von den „Four Lions“ läuft dort als Musikvideo.

Das Phänomen „Fußball“ wird in britischer Manier besungen. Überall sitzen Menschen in Trikots. Von Aachen, von Dortmund, oder in den Farben des 1. FC Köln. Sie alle warten darauf, dass die Premiere beginnt: die Wiedergeburt von „Torwort“.

Vor einigen Jahren gab es die von den Dürenern Peter Schmitz und Sascha Theisen ins Leben gerufene Reihe schon einmal in der Kreisstadt. „Das war im Brauhaus“, erklärt Dirk Boltersdorf aus dem EndArt-Vorstand. Der Aufwand allerdings, war zu groß, die Reihe schlief ein.

In Köln genießt sie währenddessen Kultstatus, und so bemühte sich Boltersdorf um eine Reanimation der Veranstaltung. „Ich habe Peter und Sascha genervt, bis die beiden zugestimmt hatten“, erinnert sich Boltersdorf, für den „Torwort“ ein Erfolg ist, wenn das Café ausverkauft ist. An diesem Abend ist es das.

Gespräch mit Klitzpera

In zwei Hälften von jeweils 45 Minuten ist Torwort eingeteilt. Der erste Teil ist als Lesung gestaltet. In der zweiten Halbzeit findet ein Gespräch mit einem „Stargast“ statt. Am Freitag ist es Alexander Klitzpera, ehemaliger Spieler der Alemannia Aachen.

„Das Schlimmste an „Torwort“ sind die Anmoderationen“, gesteht Sascha Theisen zu Beginn. Und in der Tat: Der Anfang holpert ein wenig, bevor der Körper warm gelaufen ist, die richten Worte gefunden sind. Zunächst einmal schildern Theisen und Schmitz sukzessive ihre mehr oder minder erfolgreiche Fußballkarriere in den Dorfvereinen des Kreis Düren. Diese prägende Zeit der Kindheit und Jugend haben die beiden in einem Buch festgehalten, dessen Kapitel „Die Bälle weg“ sie präsentieren. „Wir nehmen euch mit in die Weiten der Kreisliga C“, verspricht Theisen.

Ein Geburtstagsständchen

Es sind Anekdoten über den Systemfußball „hoch und weit“ beim Stockheimer Verein und über das sonntägliche Spiel im Regen nach einer durchzechten Nacht vor den vier Stammzuschauern, die sich größtenteils noch vor Ende der ersten Hälfte in die Stammkneipe „Inge“ verabschieden. Sascha Theisen und Peter Schmitz beweisen an dieser Stelle ihr Gespür, sie treffen den Nerv der Zuschauer bei der Veranstaltung und überzeugen auf ganzer Linie.

Tradition ist es bei „Torwort“ auch, ein Geburtstagsständchen für einen bekannten Fußballer zu singen. Dieses Mal für Lothar Matthäus. Neben kleineren Videoeinspielungen verpatzter 100-prozentiger Torchancen betritt auch Frederic Latz den Platz. Er ist Autor beim „Geißbock-Echo“ und demonstriert neben Auszügen aus Toni Schumachers Buch „Anpfiff“, dass Poesie und Fußball durchaus zueinander passen.

Insgesamt ist es die Vermischung verschiedener Darstellungsformen zum Thema Fußball und das Geschick Theisens und Schmitz, die diese Wiedergeburt in Düren zu einem vollen Erfolg werden lassen und für die Zukunft klarmachen: „Torwort“ wird es wieder geben.

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