Tödlicher Unfall lässt sich nicht mehr lückenlos aufklären

Von: hp
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Schwerer Unfall: Bei dem Verkehrsunfall 2012 kam ein Autofahrer ums Leben. Foto: Ralf Roeger

Düren/Langerwehe/Stolberg. Es war eine Sache von Sekunden. Ein kleiner Schulbus, neben der Fahrerin nur mit ein paar Kindern besetzt, geriet aus ungeklärten Gründen auf der Landesstraße 12 zwischen Langerwehe und Stolberg auf die Gegenfahrbahn. Dort kollidierte der Kleinbus mit dem entgegenkommenden Pkw eines 62-jährigen Mannes aus Stolberg.

Die Folgen waren tragisch. Der Autofahrer verstarb noch an der Unfallstelle.

Das war am 11. Juni 2012. Am Donnerstag hatte sich die Fahrerin des Kleinbusses vor dem Dürener Amtsgericht zu verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf der 50-Jährigen aus Stolberg fahrlässige Tötung und – weil auch einige Kinder aus dem Schulbus verletzt worden waren – fahrlässige Körperverletzung vor.

Noch immer sichtbar von dem damaligen Ereignis mitgenommen, ließ sie zu den schweren juristischen Vorwürfen ihren Rechtsanwalt sprechen. Dieser schilderte, dass seine Mandantin an das Geschehen keine Erinnerung habe und sich seitdem in psychotherapeutischer Behandlung befinde. Natürlich tue ihr das alles sehr leid, aber bei aller Tragik lasse sich der Unfall nun einmal nicht mehr ungeschehen machen.

Die Vorsitzende Richterin Sabine Bleser räumte ein, dass sich der tödliche Unfall nicht lückenlos aufkläre lasse. Fest steht lediglich, dass der Kleinbus, aus welchen Gründen auch immer, auf die Gegenfahrbahn der Schönthaler Straße geraten sei.

Sämtliche Untersuchungen, ob der Fahrerin Verstöße vorzuwerfen oder gar nachzuweisen seien, hätten zu keinem Ergebnis geführt: Keine Benutzung des Handys, kein Alkohol, keine Drogen und Medikamente, die die Fahrtüchtigkeit hätten beeinträchtigen können – nichts.

Eine Angehörige des tödlich verletzten Autofahrers, die als Zuhörerin die Angeklagte verbal attackierte, wurde von der Richterin zur Ordnung gerufen: „Wir haben hier eine menschliche Tragödie ausschließlich juristisch zu bewerten.“

Angesichts der Tatsache, das viele Fragezeichen blieben und eine objektive Aufklärung der eigentlichen Unfallursache nicht möglich sei, wurde die Autofahrerin zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen á 40 Euro, also insgesamt 4800 Euro, verurteilt. Richterin Sabine Bleser versuchte den Beteiligten zu vermitteln, dass in diesem Fall „die menschliche Seite nicht zu fassen“ sei.

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