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Theaterstück „Verbrennungen”: Reise in die Vergangenheit

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Der Autor Wajdi Mouawad genießt in der Theaterwelt einen ausgezeichneten Ruf.

Düren. Im Haus der Stadt Düren wird am Samstag, 28. Februar, um 20 Uhr das Stücke „Verbrennungen” von Wajdi Mouawad aufgeführt. Es spielen: Kristine Walter, Astrid Gorvin, Carsten Klemm, Katja Herrmann, Ulf Schmitt, Cornelia Dörr und Ulrich Westermann.

Als sie mit 60 Jahren in einer ungenannten westlichen Stadt stirbt, hinterlässt die Libanesin Nawal Marwan ein geheimnisumwittertes Testament. Ihr Freund, der Anwalt Hermile Lebel, der mit der Testamentsvollstreckung beauftragt ist, übergibt ihren Kindern, den 22-jährigen Zwillingen Jeanne und Simon - sie Mathematik-Dozentin, er Amateurboxer - jeweils einen Brief, den diese ihrem Vater und ihrem Bruder überbringen sollen. Von der Existenz eines Bruders wussten beide bisher nichts, und ihren Vater hielten sie für tot.

Ungeheuerliches Geheimnis

Nach längerem Zögern begeben sich die beiden jungen Leute widerwillig in das vom Bürgerkrieg zerstörte Geburtsland ihrer Mutter, um ihren Vater und ihren Bruder zu suchen. Auf ihrer Reise in die Vergangenheit klärt sich das von ihrer Mutter sorgsam gehütete ungeheuerliche Geheimnis ihrer Herkunft, und sie begreifen, warum sie nie viel über sich erzählt hat.

Wozu Worte dennoch fähig sind, zeigt die eindrucksvolle Sprachgewalt Wajdi Mouawads: Durch die Kombination von orientalischer Poesie und Bildern, die sich im Gedächtnis festhaken, baut der Autor in seinem Text eine ungeheure Spannung auf. Er erzählt die Geschichte einer Frau, die, bevor sie in den Westen floh, über viele Jahre die Gewalt im Nahen Osten erlebt hat.

Dabei überschneidet er raffiniert die Spurensuche der Kinder mit dem in Rückblenden erzählten Leben der Mutter, die als 14-Jährige einen „Feind” liebte. Wajdi Mouawad, 1968 im Südlibanon geboren, arbeitet heute in Kanada und in Frankreich als Regisseur, Dramatiker und künstlerischer Leiter. Nach vielen Jahren als Theaterleiter in Québec übernahm er vor einem Jahr das Théâtre Francais in Ottawa. Er ist designierter „artiste associé” des Festival d´Avignon 2009, aber mittlerweile auch in Deutschland immer präsenter.

Seit Oktober läuft die deutschsprachige Erstaufführung seines Stücks „Der Sonne und dem Tod sieht man nicht ins Auge” an der Berliner Schaubühne. Sein Erfolgsstück „Verbrennungen” ist derzeit auf einem richtigen Zug über die deutschen Bühnen. Zählt man das nächste Jahr dazu, wird es bald an zwei Dutzend Bühnen inszeniert sein.

Hier gibt es Tickets

Eintrittskarten zu 14, 17 und 19,50 Euro (Schüler zahlen die Hälfte) gibt es an der Theaterkassen im Haus der Stadt, 02421/251317, montags bis freitags von 9.30 bis 13 sowie donnerstags zusätzlich von 14 bis 17 Uhr, und an der Theaterkasse im Bürgerbüro am Marktplatz, 02421/250004, montags bis mittwochs und freitags von 7.30 bis 13 Uhr, donnerstags von 7.30 bis 18 Uhr, samstags 9 bis 13 Uhr. Der Online-Ticket-Service ist unter der Adresse http://www.mvm.dueren.de zu erreichen, die Abendkasse unter 02421/251384.
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