Tennis-Stadtmeisterschaft: Triumph für das reifere Semester

Von: Ingo Latotzki
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Nachwuchstalent Max Zens, gerade 16 Jahre alt, unterlag knapp im Finale. Foto: Ingo Latotzki
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Routinier Oliver Bünten, 39, gewann die Herren A-Konkurrenz auch wegen seiner Aufschläge.
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Auf einen Blick: Die Finalisten der 54. Dürener Tennis-Stadtmeisterschaften auf der Tribüne des Meisterschaftsplatzes bei Rot-Weiß Düren. Das Turnier ging Samstag bei guten Witterungsbedingungen zu Ende.

Düren. Er ist wie ein guter Wein: Älter zu werden, schadet ihm nicht, im Gegenteil. Mit 39 Jahren hat Oliver Bünten am Samstag zum siebten Mal die Tennis-Stadtmeisterschaften der Herren A gewonnen. Das ist die eine Nachricht.

Die andere: Er ist wie eine zarte Pflanze, die trotz ihrer Jugend schon gute Wurzeln geschlagen hat und in Zukunft bestimmt noch immens wachsen wird. Max Zens, gerade 16 Jahre alt geworden, hat nur denkbar knapp gegen Oliver Bünten verloren (1:6, 6:3, 5:10).

Es war ein Duell der Generationen. Rein altersmäßig könnte Bünten, Oberliga-Spieler beim Dürener TV, der Vater von Max Zens, Verbandsliga-Spieler bei Grün-Weiß Aachen, sein.

Oliver Bünten und die Tennis-Stadtmeisterschaften – das ist ohnehin eine spezielle Geschichte. Samstag gewann der Familienvater (zwei Söhne) zum 7. Mal den Titel der Herren A-Königsklasse. Bisweilen hat er das Turnier so dominiert, dass andere, jüngere Spieler, es wohl in diesem Jahr vorzogen, gar nicht erst zu melden. Ob das so war, kann Bünten egal sein. Ist es auch. Gegen Nachwuchstalent Max Zens gewann er „auf der letzten Rille“, wie er kurz nach dem Titelgewinn sagte.

In der Tat war es zum Schluss eng geworden, nachdem Bünten die Partie zunächst dominiert hatte. Speziell im ersten Satz war Max Zens eine gewisse Nervosität anzumerken: Die Kulisse, die Gewissheit, als ganz junger Spieler ins Finale eingezogen zu sein. „Ich war aufgeregt“, sagt er denn auch und hätte er gehört, was kurz später Oliver Bünten über ihn sagte, er hätte sich gefreut. „Wenn Max Zens im nächsten Jahr noch mal zehn Prozent drauflegen kann, wird es gang, ganz schwer für mich.“ Bünten haben am Samstag sein Aufschlag und die starke Vorhand geholfen. Und zum Schluss seine Erfahrung gepaart mit einem Schuss Glück bei wenigen Bällen zu Beginn des Champion-Tiebreaks.

Den benötigte auch Jessica Steinborn im Damen A-Finale gegen Lena Pingen. Unter teils drückenden Witterungsbedingungen lieferten sich die beiden Mannschaftskolleginnen von RW Düren am frühen Nachmittag ein ausgeglichenes Match, das Jessica Steinborn 2:6, 6:0, 10:5 gewann.

Als am Samstag mit dem letzten Finaltag die 54. Dürener Tennis-Stadtmeisterschaften zu Ende gingen, spielte nicht nur der Wettergott mit, sondern auch die Zuschauer, die den Partien einen verdienten Rahmen boten. Die Anlage des Hauptausrichters Rot-Weiß Düren war gut gefüllt. Mehr als 400 Spiele waren absolviert, als Dr. Christoph Carl, RW-Vorsitzender, bei der Siegerehrung auf zwei Neuerungen hinwies, die „gut ankamen“.

Zum einen wurde das Turnier für Spieler geöffnet, die außerhalb der Stadtgrenzen dem Ball nachjagen. Herren-A-Finalist Max Zens etwa (GW Aachen) oder Manuel Ettler (Huchem Stammeln), der drei Titel abräumte – so viel wie sonst niemand. „Wir hatten mehr Zuschauer, das Niveau war höher und dennoch haben wir uns unsere Regionalität bewahrt“, sagt Dr. Carl und stieß auf Zustimmung bei Bürgermeister Paul Larue, der mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse, Dr. Herbert Schmidt, als Schirmherr fungierte.

Und noch etwas war neu: der Fairplay-Preis, der an Elena Stoffels und Lars Coenen vergeben wurde. „Eine faire Geste kann wichtiger sein als der Sieg“, das RW-Vorsitzender Carl und erzählte, dass Lars Coenen in der entscheidenden Phase eines Spiels zugab, während des Ballwechsel das Netz berührt zu haben. Das ist verboten, niemand aber hatte es bemerkt. Dieses Verhalten brachte Coenen einen Pokal ein – ebenso fair verhielt sich Elena Stoffels, deren Meldung für die Einzel-Konkurrenz abhanden gekommen war. Statt groß zu lamentieren, nahm sie hin, dass sie nur im Doppel und Mixed starten konnte.

Schon bald wird bei RW Düren, das zur Stadtmeisterschaft vom Dürener TV und Post- Fordsportverein unterstützt wurde, wieder ein großes Turnier stattfinden. Vom 27. Juli bis 3. August finden an der Kuhbrücke die 36. Internationalen U 14-Meisterschaften statt.

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