Telefonabzocke: Auf keinen Fall Kontodaten preisgeben

Von: mv
Letzte Aktualisierung:
abzocke_bu
Dem Psychoterror der Werber widerstehen: Dazu raten Hauptkommissar Günter Arnold und die Leiterin der Verbraucherzentrale in Düren, Hildegard Dapper. Ansonsten wird es teuer. Foto: Margret Vallot

Düren. Es gibt Gelegenheiten, da muss man einfach sehr unfreundlich und unhöflich sein. Zum Beispiel bei Werbeanrufen. Da geht es häufig um Gewinnspiele, bei denen am Ende der Angerufene der Verlierer ist.

Polizei und Verbraucherzentrale sind alarmiert und halten eine umfassende Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger für dringend erforderlich. Die Zahl der Betrugsfälle häuft sich, auch im Kreis Düren.

Wer kennt das nicht: Eine freundliche Stimme meldet sich am Telefon und verkündet, es gebe einen Glücksspielvertrag, der werde jetzt kostenpflichtig und müsse aufgelöst werden. Oder sie verheißt eine lukrative Teilnahme an regelmäßigen Gewinnspielen. Kurze Zeit später fehlt Geld auf dem Konto. Summen wie 39,90 oder 55,99 Euro werden dann regelmäßig abgebucht.

Bevorzugte Opfer sind ältere Menschen, Frauen, die es gewöhnt sind, in allen Lebenslagen freundlich zu sein. Dabei sollten sie lieber schimpfen und auflegen. Auf keinen Fall aber Angaben zur Person machen oder gar die Kontonummer herausgeben. Selbst dann nicht, wenn der Anrufer die ersten Ziffern der Kontonummer kennt, die kann er sich aus illegalen Quellen beschafft haben.

„Zurückhaltung am Telefon und strikte Datensparsamkeit”, dazu rät Hauptkommissar Günter Arnold vom Kommissariat Vorbeugung. Gemeint ist: Einfach auflegen oder den Anrufer nach dem Namen fragen und sich, falls sie auf dem Display angezeigt wird, seine Telefonnummer notieren. Außerdem müssen auch ältere Menschen ihre Kontoauszüge öfter überprüfen, bei Unklarheiten zur Bank oder Sparkasse gehen oder gleich bei der Polizei Anzeige erstatten. „Oft melden sich Söhne und Töchter, die per Zufall gemerkt haben, dass ihre alten Eltern abgezockt werden”, berichtete Hildegard Dapper, Leiterin der Verbraucherzentrale. Nicht selten würden die älteren Herrschaften sogar von mehreren dubiosen Firmen auf diese Weise betrogen.

2010 half die Verbraucherzentrale am Markt in Düren in 122 Fällen derartiger Abzocke. „In diesem Jahr sind es bis jetzt schon 32 Fälle”, so Dapper. Sie präsentierte am Dienstag anlässlich des Weltverbrauchertages gleich mehrere ältere Damen, die „massiv abgefragt, abgebucht und abgezockt wurden”, so Dapper.

Die Betroffenen schilderten die ständigen Anrufe der Werber als Psychoterror, dem man sich nicht entziehen kann. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie nur ein einziges Mal Kontonummer und Bankleitzahl nannten und dann ständig überrumpelt wurden bei Anrufen.

„Auch ein am Telefon mündlich abgeschlossener Vertrag ist schließlich ein Vertrag”, daran erinnerte die Verbraucherschützerin. Und wer nicht innerhalb der gültigen Fristen, die je nach Vertrag deutlich variieren können, Widerspruch einlege, sei zur Zahlung verpflichtet.

Strafanzeige bei der Polizei erstatten

Wer Strafanzeige erstatten will, wende sich an die Polizei, Aachener Straße 28, in Düren, 02421/949-0. Bitte Kontoauszüge, Telefonrechnungen, Gewinnbenachrichtigungen, Kündigungsschreiben und Ähnliches mitbringen.

Wer Hilfe braucht, wende sich an die Verbraucherzentrale in Düren, Markt 2. Telefonische Rechtsberatung gibt es unter 0900/1897969.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert