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Tedrive-Investor mit „viel Rhetorik, aber nur wenig Inhalt”

Von: bugi
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Das amerikanische Unternehmen Neapco hat angedeutet, das insolvente Unternehmen Tedrive zu übernehmen. Dennoch zieht sich das Verfahren in die Länge. Foto: Dietmar Engels

Düren. Der Unmut beim Tedrive-Betriebsrat und der IG Metall Düren über die schleppenden Verhandlungen mit dem amerikanischen Automobilzulieferer Neapco wächst. Bis zum 1. April, so tat es Insolvenzverwalter Dr. Andreas Ringstmeier jüngst kund, soll das Geschäft mit dem einzig verbliebenen Interessenten abgewickelt sein.

Schlauer über die Zukunft des Dürener Unternehmens ist man aber auch nach neuen Gesprächen mit den Amerikanern nicht. IG-Metall-Bevollmächtigter Paul Zimmermann: „Die Amerikaner bieten viel Rhetorik, aber nur wenig Inhalt.” Sauer ist Zimmermann vor allem deshalb, weil Neapco nach wie vor keine Pläne vorlegen würde, wie Tedrive aus der Krise gesteuert werden soll. „Die prüfen hier seit Monaten, aber einen Business-Plan gibt es immer noch nicht.” Stattdessen würden nur einzelne Forderungen erhoben.

Zum Beispiel die, dass Tedrive schon in 2010 keine roten Zahlen mehr schreiben dürfe. In der Theorie ist das sogar machbar. Ringstmeier hatte zuletzt verkündet, dass das insolvente Unternehmen wieder Gewinne einfahre.

„Das gilt für die letzten Monate”, so Zimmermann, und: „2010 wird für die Automobilindustrie ein schwieriges Jahr. Was bedeutet das aber für Tedrive?” Schreibt man weiter schwarze Zahlen?

Zimmermann: „Je länger Tedrive in der Insolvenz verbleibt, um so schwerer wird es, Nachfolgeaufträge zu bekommen. Jetzt wird bei den Unternehmen über die Produktionsanläufe in den Jahren 2013 und 2014 entschieden. Gibt es Tedrive dann noch?”

Wenn Zimmermann feststellt, dass eine Planung für 2010 bei Tedrive fehle, dann trifft das nicht nur den potenziellen Investor als Vorwurf, sondern auch die Tedrive-Geschäftsführung und den Insolvenzverwalter, die sich um die Planung kümmern müssten.

Zimmermann: „Den Insolvenzverwalter habe ich das letzte Mal im September gesehen. Ich bin mit dieser Situation nicht zufrieden.” Kein Wunder, zumal die Neapco-Vertreter nicht nur keinen Plan vorlegen, sondern laut Zimmermann auch nur begrenzt Garantien abgeben wollen.

Zwar habe man die Zusage, keine Produktion verlagern zu wollen, eine Arbeitsplatzgarantie gebe es hingegen nicht. Zimmermann: „Die wollen keine Kopfzahlen nennen.” Das ist zwar nicht unüblich, in diesem Fall aber besonders bitter, weil im Rahmen der Insolvenz bereits rund 200 Stellen abgebaut worden sind.
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